Montag, 07.01.2013
 
 
Über Kritik, Moral und Manipulation
 

Von Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Moralpredigten und ein systematisches Ignorieren der Tatsachen sind seit langem die übliche Ausdrucksform einiger Kritiker des Staates Israel geworden.

Lassen Sie mich zunächst etwas Selbstverständliches sagen: Kritik gegenüber Israel ist legitim und mitunter auch berechtigt. Sie wird mündlich und schriftlich formuliert, in Israel und im Ausland – auch in Deutschland.

Echte Kritik kennt nur einen Maßstab, der für alle Länder gilt – seien es westliche Staaten oder Entwicklungsländer. Eine solche Kritik leistet einen Beitrag zum öffentlichen Diskurs und korrigiert Fehlentwicklungen, die es in Israel genauso gibt wie in jeder anderen Demokratie auch.

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1 € – 4.9380 NIS (0.519%)
1 CHF – 4.0857 NIS (0.576%)
1 £ – 6.0849 NIS (0.552%)
1 $ – 3.7910 NIS (0.424%)

(Bank Israel, 07.01.13)



Gewitter und Starkregen

Jerusalem: 5/7°C
Tel Aviv: 10/14°C
Haifa: 10/14°C
Be‘er Sheva: 8/13°C
Ein Gedi: 13/17°C
Eilat: 10/19°C



Netanyahu kündigt weitere Grenzbefestigung an

Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat angekündigt, auch die Grenze zu Syrien befestigen zu wollen.

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Mehr Frauen bei der Luftwaffe

Frauen als Wegbereiterinnen waren das Thema des jährlichen Empfangs des Vereins der Luftwaffe.  weiter
Waffen entschärft

Hunderte verschiedener Kampfgeräte wurden in der vergangenen Woche in der Gegend um das Tote Meer entdeckt.

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Sturm über Israel

Gewitter und schwere Regenfälle haben heute Teile Israels lahmgelegt.  weiter
 
 


Über Kritik, Moral und Manipulation

Von Botschafter Yakov Hadas-Handelsman

Moralpredigten und ein systematisches Ignorieren der Tatsachen sind seit langem die übliche Ausdrucksform einiger Kritiker des Staates Israel geworden.

Lassen Sie mich zunächst etwas Selbstverständliches sagen: Kritik gegenüber Israel ist legitim und mitunter auch berechtigt. Sie wird mündlich und schriftlich formuliert, in Israel und im Ausland – auch in Deutschland. Echte Kritik kennt nur einen Maßstab, der für alle Länder gilt – seien es westliche Staaten oder Entwicklungsländer. Eine solche Kritik leistet einen Beitrag zum öffentlichen Diskurs und korrigiert Fehlentwicklungen, die es in Israel genauso gibt wie in jeder anderen Demokratie auch.

Doch in einigen Fällen wird die Kritik von außen zu einer geradezu obsessiven Beschäftigung mit Israel und ignoriert dabei alle Standards, die sonst in dem Land üblich sind, in dem sie geäußert wird. Immer wieder setzen die Kritiker dabei auf ein Ignorieren des Kontexts, die Manipulation von Tatsachen und Verallgemeinerungen.

Daher glaube ich, dass manchmal hinter der vermeintlich unschuldigen Frage „Darf man Israel kritisieren?“ auch Antisemitismus steckt, der sich als Kampf für die Meinungsfreiheit ausgibt, tatsächlich jedoch nur Kritik um der Kritik willen übt und das legitime Recht des jüdischen Volkes auf seine Selbstbestimmung in Frage stellt.

Eine der Säulen des Judentums ist die Polemik. Fragen zu stellen, Kritik zu üben, etwas in Zweifel zu ziehen und Normen und Regeln in Frage zu stellen, sind wichtige Grundlagen der jüdischen Kultur. Es gibt kein anderes Volk, das seit Tausenden von Jahren mit einer so reichen demokratischen und pluralistischen Kultur gesegnet ist. Diese Kultur wurde auch vom modernen Staat Israel adaptiert und wird dort Tag für Tag praktiziert. Der Schutz des Schwachen, der Minderheit ist die Basis für das israelische Recht und die israelische Gesellschaft. Die israelischen Medien, Nicht-Regierungsorganisationen und die politische Opposition fordern die Regierung jeden Tag aufs Neue durch von ihnen vorgetragene Kritik heraus.

Der Staat Israel kann stolz auf einen Obersten Gerichtshof sein, der sich nicht scheut, in politischen, gesellschaftlichen und sogar auch sicherheitsrelevanten Fragen gegen die Regierungsmeinung zu entscheiden. Ein solches Oberstes Gericht, dessen Türen auch Nicht-Staatsbürgern (auch Palästinensern) offen steht, gibt es in nur wenigen westlichen Staaten.

Trotz seiner einzigartigen geostrategischen Lage bemüht sich der Staat Israel, eine religiöse und nationale Minderheit zu integrieren – sicherlich tut er das nicht immer so konsequent wie gewünscht, sicherlich gibt es hier noch Raum für Verbesserungen; doch anderthalb Millionen arabischer israelischer Staatsbürger genießen Religionsfreiheit, vollkommen gleiche Rechte und sind ein integraler Bestandteil des Lebens in Israel. Unter ihnen sind erfolgreiche Geschäftsleute, führende Medienvertreter, Rechtsanwältinnen und Richter, Ärztinnen und hochrangige Offiziere in Armee und Polizei. Die israelischen Araber sind in der Knesset vertreten – unter anderem durch Abgeordnete, die sogar die Symbole des Staates in Frage stellen. Doch die israelische Demokratie ist stabil und stark genug, um auch dies auszuhalten.

Die israelischen Araber leben im jüdischen Staat und genießen eine Lebensqualität, von denen die übrigen Bewohner des Nahen Ostens nur träumen können. Im Nahen Osten herrschten Freiheit und Demokratie, wenn alle seine Bürger über ähnliche Rechte und Rechtssicherheit verfügen würden wie die arabischen israelischen Staatsbürger.

All dies jedoch hat ein Teil der Kritiker des Staates Israel nicht vor Augen. (Selbsternannte) Experten für den Nahen Osten wiederholen wieder und wieder ihre „gelehrte“ Kritik an Israel und verschließen dabei die Augen vor den Ereignissen und Prozessen, die sich in der übrigen Region ereignen – und nicht selten auch in ihren eigenen Ländern. Wann haben sie das letzte Mal über die Lage der Christen, die Stellung der Frau oder die Rechte von Homosexuellen in der arabischen Welt nachgedacht? Wann haben sie das letzte Mal ihrem Abscheu über den hasserfüllten Antisemitismus Ausdruck verliehen, wie ihn Führer der arabischen Welt in den arabischen Medien verbreiten? Oder ist es vielleicht so, dass eben diese Kritiker in Bezug auf die arabische Welt einfach zu westlich arrogant sind, und deshalb den arabischen Regimen und Gesellschaften aus welchen Gründen auch immer alles nachzusehen bereit sind…?

Daher: Ja zu Kritik, aber nein zu Moralpredigten von manipulativen Schreibern mit Doppelmoral.

Der Verfasser ist Botschafter des Staates Israel in Deutschland. (Foto: Galit Hinon)

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Netanyahu kündigt weitere Grenzbefestigung an

Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat angekündigt, auch die Grenze zu Syrien befestigen zu wollen.

Bei der wöchentlichen Sitzung des Regierungskabinetts berichtete Netanyahu von seinem Besuch am Grenzzaun zu Ägypten, den er als „eines der größten Bauprojekte in der Geschichte des Staates Israel“ bezeichnete.


Ministerpräsident Netanyahu besichtigt die Grenzbefestigung an
der Grenze zu Ägypten in der vergangenen Woche (Foto: Archiv/GPO)

Der Ministerpräsident erklärte, in Syrien habe sich die Armee zurückgezogen, während Kräfte des weltweiten Jihad diese Lücke nun ausfüllten.

„Daher“, so Netanyahu weiter, „werden wir diese Grenze gegen illegale Einwanderung und Terrorismus verteidigen, genauso wie wir es an der Grenze zum Sinai tun.“

Schließlich wies er auf die Gefahr durch Chemie-Waffen hin, die von einem instabilen syrischen Regime ausgehe. Hier stehe Israel in engem Kontakt zu den US-amerikanischen und weiteren Geheimdiensten, um auf eventuelle Gefahrensituationen vorbereitet zu sein.

(Außenministerium des Staates Israel, 06.01.13)

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Mehr Frauen bei der Luftwaffe

Frauen als Wegbereiterinnen waren das Thema des jährlichen Empfangs des Vereins der Luftwaffe. Bei dem festlichen Abend ging es beispielsweise um die erste Pilotin und die erste Steuerfrau in der Untergrundorganisation Palmach und die wichtigen Wegbereiterinnen für die Gleichberechtigung von Frauen in der Luftwaffe der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) bis hin zu den heute tätigen Kommandantinnen der Luftwaffe.


(Foto: IDF)

„Seit Entstehen der Luftwaffe hatten Frauen in ihr einen großen Anteil“, so Amir Eshel, Oberster Kommandant der Luftwaffe.

„Aus einer kleinen Gruppe, vor allem in Hilfspositionen, hat sich eine Anteilnahme der Frauen in allen Bereichen entwickelt, sowohl in der Luft als auch am Boden. Heute sind Frauen in allen Kampfeinheiten aktiv, die für die Verteidigung in der Luft relevant sind. […] Ihre Zahl hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. […] Dennoch sind wir noch weit davon entfernt, Potential, Qualität und Können auszuschöpfen, die in der israelischen Gesellschaft vorhanden sind. Wir müssen uns noch mehr anstrengen, sie noch mehr einbinden, die Luftwaffe stärken und ein Vorbild für ZAHAL und den Staat Israel insgesamt werden.“

(Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 06.01.13)

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Waffen entschärft

Hunderte verschiedener Kampfgeräte, darunter Mörsergranaten, Sprengkörper, Maschinenpistolen (sog. „Sten Guns“) und M1-Karabiner wurden in der vergangenen Woche in der Gegend um das Tote Meer entdeckt.


Kontrollierte Detonation am Toten Meer (Foto: IDF)

Die Waffen stammen teilweise noch aus der Zeit vor der Staatsgründung und wurden unverzüglich geräumt oder kontrolliert detoniert – sowohl, um Detonationen von Blindgängern zuvorzukommen, als auch um zu verhindern, dass Terroristen oder Kriminelle aus den bald schon antiken Waffen neue funktionsfähige zusammenschrauben.

Da der Spiegel des Toten Meeres seit Jahren kontinuierlich sinkt, werden immer wieder Dinge freigelegt, die dort einmal versenkt wurden.

Im Jordantal berichten die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) darüber hinaus, im Jahr 2012 seien etwa 3.000 Minen geräumt worden. Diese befänden sich jedoch in der überwiegenden Mehrheit der Fälle in geschlossenen Militärgebieten, so dass für die Bevölkerung keine Gefahr gedroht habe.

(Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 03.01.13)

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Sturm über Israel

Gewitter und schwere Regenfälle haben heute Teile Israels lahmgelegt. Straßen, Felder und sogar ein Einkaufszentrum wurden überschwemmt, der Schaden vor allem in der Landwirtschaft ist groß.


In der Filliale einer Kaffeehaus-Kette im Einkaufszentrum Modi`in (Foto: Ynet)

Bäume und Schilder stürzten um, Medien berichten von einigen Verletzten.


Umgestürztes Werbeschild in Tel Aviv (Foto: Ynet)

Ein Gutes hat das Unwetter allerdings doch: Der Spiegel des See Genezareth ist so hoch wie seit 2003 nicht mehr.


Tierheim in Jerusalem (Foto: Ynet)

Bei Redaktionsschluss war der Gewittersturm noch in vollem Gange.

(Ynet/Haaretz, 07.01.13)

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