Dienstag, 21.04.2009
 
 
Yom Hashoa
 

  Janusz Korczak-Denkmal in Yad Vashem

Gestern Abend hat der Yom Hashoa begonnen, Israels nationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust und die Helden des Widerstandes.

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Rede von Präsident Peres
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(Bank of Israel, 20.04.09)


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Reaktion auf Ahmadinejads Hetze auf der UN-Konferenz
Reaktion auf das Treffen zwischen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und Ahmadinejad
Israels Botschafter in der Schweiz zurückberufen
 
 


Yom Hashoa – Gedenktag für die Opfer und Helden des Holocaust
Gestern Abend hat der Yom Hashoa begonnen, Israels nationaler Gedenktag für die Opfer des Holocaust und die Helden des Widerstandes. Er wird jedes Jahr nach dem hebräischen Kalender am 27. Nissan begangen.

Ursprünglich war als Datum der 15. Nissan vorgeschlagen worden, der Tag des Aufstands im Warschauer Ghetto (19. April 1943). Dieser Vorschlag wurde aber schließlich verworfen, da zum selben Zeitpunkt das Pessach-Fest stattfindet. Das jetzige Datum liegt genau eine Woche vor dem Gedenktag an die für den Staat Israel gefallenen Soldaten und acht Tage vor dem israelischen Unabhängigkeitstag. Eingeführt wurde der Yom Hashoa 1959 vom ersten Ministerpräsidenten des Staates Israel, David Ben Gurion, und dem zweiten Staatspräsidenten, Yitzhak Ben Zvi.

Zur Eröffnungszeremonie werden am Abend in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte  Yad Vashem sechs  Fackeln entzündet, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischer Opfer stehen. Am nächsten Morgen heulen im gesamten Land um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen. Der öffentliche Nahverkehr und normalerweise auch alle anderen Fahrzeuge halten an, die Passanten bleiben schweigend stehen.

Während des Yom Hashoa bleiben alle Vergnügungsstätten geschlossen, im Fernsehen und Radio laufen keine Unterhaltungssendungen, sondern Trauermusik oder Dokumentationen zum Holocaust. Alle Flaggen wehen auf Halbmast.
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Rede von Präsident Peres

Israels Präsident Shimon Peres hat am Montagabend bei der Eröffnungszeremonie zum Holocaustgedenktag eine Rede in Yad Vashem gehalten. Im Folgenden einige Auszüge:

„Sechs Millionen Juden wurden von den Nazis und ihren Kollaborateuren ermordet, nur weil sie jüdisch waren. 1.5 Millionen Kinder wurden vernichtet, weil sie zum jüdischen Volk gehörten. Sie hießen Moshe, Avraham, Rivka und Lea – wenngleich sie die Bedeutung ihrer Namen noch nicht kannten. Einer von drei Angehörigen unseres Volkes wurde während dieser sechs verfluchten Jahre ermordet. Jedes Opfer hatte einen Namen. Jeder ermordete Jude hatte eine Zukunft. Der Völkermord, den die Nazi-Mörder begangen haben, war ein historisches Verbrechen beispiellosen Ausmaßes.

Der Staat Israel ist unser historischer Sieg über das Nazibiest, das in Europa keinen Stein auf dem anderen gelassen hat. Die Gewissenerforschung in Bezug auf den Holocaust ist noch nicht vorbei, und wird vielleicht nie vorbei sein, nicht für uns und nicht für die Welt als Ganze. Der Nazismus wurde besiegt, aber der Antisemitismus ist noch immer höchst lebendig. Das Gas ist verflogen, aber das Gift bleibt. Es gibt noch immer Holocaust-Leugner und hitzköpfige Skinheads auf der Welt, die die Art von triebhaftem Hass mit sich tragen, der zu rassistischem Mord führt.

Die Konferenz, die heute in Genf eröffnet worden ist, verkörpert  die Akzeptanz von Rassismus anstelle des Kampfes gegen ihn, und ihr Hauptredner ist Ahmadinejad, der zur Vernichtung Israels aufruft und den Holocaust leugnet.“

„Es ist schwer zu ergründen, warum Despoten wie Hitler der Nazi, Stalin der Bolschewik und Ahmadinejad der Perser die Juden als Hauptzielscheibe gewählt haben für ihren Hass, ihren Wahnsinn und ihrer Gewalt. Womöglich haben sie auf das jüdische Volk gezielt wegen seiner spirituellen Macht – eine Nation arm an irdischen Gütern, aber reich an Werten -, denn der, der von Größenwahnsinn infiziert ist, fürchtet die Macht des Geistes.  Die Juden haben keinen Götzen oder Autoritäten gehuldigt, und ihr Gott gab der Menschheit ihr Gewissen. Wir waren die ersten, die daran glaubten, dass jeder Mensch als Gottes Ebenbild geschaffen wurde, und uns wurde aufgetragen, das Leben zu heiligen und Mord und Diskriminierung zu verhindern.

Wir haben gelernt, dass unser geistiges Erbe von körperlicher Sicherheit abhängt. Ein Volk, das ein Drittel seiner Angehörigen im Holocaust verloren hat, ein Drittel seiner Kinder, vergisst nicht und darf nicht unvorbereitet getroffen werden.

Die erste Lehre, die wir aus dem Holocaust gezogen haben, war daher die Notwendigkeit einer umgehenden Schaffung einer jüdischen Heimstätte – eines jüdischen Staates. Ohne ihn wären die Überlebenden heimatlos geblieben und ihr Leben weiter ausgesetzt als Beute für Zerstörung. Der Staat Israel ist nicht nur der Schutzschild der Juden, sondern ein Ideal historischen Ranges: eine Nation mit einer moralischen Botschaft zu sein.“

Die vollständige Rede findet sich unter dem folgenden Link: http://www.mfa.gov.il/MFA/AntiSemitism+and+the+Holocaust/Documents+and+communiques/President_Peres

_opening_ceremony_Holocaust_Remembrance_Day_20-Apr-2009.htm

(Außenministerium des Staates Israel, 20.04.09)

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Rede von Ministerpräsident Netanyahu

Nach Präsident Peres hat auch Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu in Yad Vashem eine Rede zum Holocaustgedenktag gehalten.


Foto: GPO

„Im Fall des Holocaust kam die Rettung spät, zu spät für sechs Millionen unseres Volkes, und eine neue Flamme lebte in unseren verbliebenen Überlebenden erst mit der Gründung des Staates Israel im Land Israel wieder auf.

Der Antisemitismus ist eine uralte historische Erscheinung. Falls jedoch jemand angenommen haben sollte, dass dieses bösartige Phänomen nach den Schrecken des Holocaust von der Welt verschwinden würde, so ist heute klar, dass er falsch gelegen hat. Parallel zum menschlichen Fortschritt und der Aufklärung fallen die dunklen Schatten des Hasses wieder in unser Volk und in unseren Staat ein.

In unserer Generation, nur einige Jahrzehnte nach dem Holocaust, erwachen neue Kräfte, die klar und offen ihre Absicht bekunden, den jüdischen Staat von der Erdoberfläche zu tilgen. Und die Antwort der zivilisierten Welt? Anstelle einer kraftvollen Verurteilung hören wir bestenfalls eine schwache Stimme.

Es ist eine beklagenswerte Tatsache, dass während wir hier in Yad Vashem der Geschehnisse des Holocaust gedenken, es solche gibt, die sich zur Teilnahme an einem Spektakel des Israel-Hasses entschieden haben, das zu dieser Stunde im Herzen Europas vonstatten geht.

Von hier aus wende ich mich an Sie, den Präsidenten der Schweiz, und ich frage Sie: Wie können Sie, als Oberhaupt eines aufgeklärten Staates, sich mit denen treffen, die den Holocaust leugnen und nach einem weiteren streben?

Im Gegensatz dazu drücken wir jenen wichtigen Staaten unsere Wertschätzung aus, die sich zum Boykott dieser Hassdemonstration entscheiden haben – dazu gehören die Vereinigten Staaten, Kanada, Deutschland, Italien, Holland, Polen, Australien und Neuseeland, und auch die Delegierten, die den Saal während der hasserfüllten Worte des iranischen Präsidenten verlassen haben.

Wir müssen das Gewissen der Nationen aufrütteln, wir müssen Bündnisse schließen und in Verbindung treten, aber vor allem anderen müssen wir uns daran erinnern, dass die Fähigkeit zur Abwehr der Bedrohungen für die Existenz unseres Volkes von der Stärke unseres Staates herrührt, von unserer Einigkeit und unserem Zusammenhalt in Zeiten der Prüfung.

Wir werden den Holocaust-Leugnern nicht gestatten, einen weiteren Holocaust zu verüben. Dies ist die oberste Verpflichtung des Staates Israel, und es ist meine oberste Verpflichtung als Ministerpräsident Israels.“

Die vollständige Rede findet sich unter dem folgenden Link: http://www.mfa.gov.il/MFA/Anti-Semitism+and+the+Holocaust/Documents+and+communiques/Address+by+PM+Benjamin_Netanyahu_Holocaust

_Remembrance_Day_20-Apr-2009.htm

(Außenministerium des Staates Israel, 20.04.09)

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Reaktion auf Ahmadinejads Hetze auf der UN-Konferenz
Das israelische Außenministerium hat zur Eröffnungsrede des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad auf der UN-Rassismuskonferenz (‚Durban II’) wie folgt Stellung genommen:

„Die Organisatoren der Veranstaltung haben es einem Holocaust-Leugner, einem Herrscher, der die Verfolgung von Minderheiten in seinem Land zur Politik gemacht hat, ermöglicht, die Konferenz zu eröffnen. Eine Ansprache von solch einem Individuum steht in krassem Gegensatz zu den Behauptungen, dass diese Konferenz zum Kampf gegen Rassismus beiträgt. Es ist sowohl bezeichnend als auch traurig, dass diese Veranstaltung am Vorabend des Holocaustgedenktages stattfindet.

Die eklatante Inkonsistenz zwischen den erklärten Zielen der Konferenz und dem Geist Ausführungen und dem Wortlaut der Entwurfdokumente ist von den führenden Demokratien bemerkt worden, die eine wahre Verpflichtung gegenüber dem Kampf gegen den Rassismus empfinden. Diese Staaten haben sich zu einem Boykott der Konferenz entschieden, und Israel drückt abermals seine Wertschätzung ihnen gegenüber aus. Israel bringt auch seine Enttäuschung über die Staaten zum Ausdruck, denen das Thema Rassismus am Herzen liegt, die sich aber dennoch zur Teilnahme an der Konferenz entschieden haben – wenngleich die meisten dieser Staaten untergeordnete Delegationen geschickt haben.

Die extremistische und verleumderische Rede des iranischen Präsidenten hat einen massenhaften demonstrativen Auszug jener westlichen Delegierten verursacht, die die Konferenz nicht boykottieren, und laute Zwischenrufe von der Besuchergalerie.

Die beleidigende und aufrührerische Hetze und der beschämende und unerträgliche Aufruf zum Rassenhass des iranischen Präsidenten, die in den ersten Stunden der Konferenz zum Ausdruck kamen, stellen einen klaren Beweis dafür dar – für jene, die noch immer eines solchen bedürfen -, dass die Agenda der Konferenz als Geisel genommen und von wirklichen und notwendigen Ausführungen weggeführt worden ist – hin zu einer unverfrorenen Tirade gegen Israel.“

(Außenministerium des Staates Israel, 20.04.09)
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Reaktion auf das Treffen zwischen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und Ahmadinejad
Es ist bedauerlich, dass UN-Generalsekretär Ban Ki-moon es für angemessen befunden hat, sich mit dem größten Holocaust-Leugner unserer Zeit zu treffen, dem Regierungschef eines UN-Mitgliedstaates, der zur Zerstörung eines anderen UN-Mitgliedstaates aufruft.

Diese Angelegenheit ist umso schwerwiegender, als sie sich am Vorabend des Holocaustgedenktages ereignet hat.

Es stünde den führenden Politikern der internationalen Gemeinschaft gut an, sich selbst von Treffen mit dieser Person auszuschließen.

(Außenministerium des Staates Israel, 20.04.09)
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Israels Botschafter in der Schweiz zurückberufen
Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu und Außenminister Avigdor Lieberman haben am Montag beschlossen, aus Protest gegen das Treffen des schweizerischen Bundespräsidenten Hans-Rudolf Merz mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad den israelischen Botschafter in der Schweiz, Ilan Elgar, zu Beratungen nach Israel zurückberufen.
 
Das Treffen des Präsidenten eines demokratischen Staates mit einem notorischen Holocaust-Leugner wie dem iranischen Präsidenten, der öffentlich seine Absicht erklärt hat, Israel von der Landkarte zu tilgen, steht nicht im Einklang mit den von der Schweiz vertretenen Werten – Werten, die eigentlich anlässlich der UN Konferenz gegen Rassismus (Durban II), welche am Montag in Genf eröffnet worden ist, vorgelebt werden sollten. Der Zwischenfall wird noch durch die Tatsache verschlimmert, dass das Treffen am Vorabend des Holocaustgedenktages stattfand, an dem Israel der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gedenkt.
 
Parallel dazu bestellte Rafael Barak, der Generaldirektor der Westeuropa-Abteilung im israelischen Außenministerium, die Geschäftsträgerin der Schweizer Botschaft in Israel, Monika Schmutz-Kirgoz, zu einem dringenden Treffen ein, um Israels scharfen Protest gegen das Treffen mit dem iranischen Präsidenten zum Ausdruck zu bringen.


(Außenministerium des Staates Israel, 20.04.09)
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Wir vergessen dich nicht
Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde vor 1031 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt. Er befindet sich noch immer in Geiselhaft.
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