Montag, 19.05.2008
 
 
Militärgeheimdienstchef Yadlin zu den Bedrohungen Israels
 

Amos Yadlin (Foto: IDF)
I. Iran

Der Leiter des israelischen Militärgeheimdienstes (AMAN), Amos Yadlin, hat sich in einem langen Interview mit Ari Shavit in der Haaretz zu den existentiellen Bedrohungen geäußert, denen der Staat Israel ausgesetzt ist.

Dabei betont er, dass er sich nicht als Prophet verstehe, der die Zukunft genau voraussagen könne. Vielmehr wolle er Aufklärungsarbeit über mögliche Zukünfte leisten. Am Anfang seiner Ausführungen steht die iranische Bedrohung.

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Raketen in Südisrael

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(Bank of Israel, 19.05.08)



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Kanalprojekt zwischen Rotem und Totem Meer

Eine Gruppe israelischer und ausländischer Geschäftsleute hat ihren Plan für einen Dreimilliardendollar-Kanal zwischen dem Roten und dem Toten Meer fertig gestellt. Hierbei sollen Wasser entsalzt und Wasserkraft gewonnen und gleichzeitig neue Perspektiven der regionalen Zusammenarbeit eröffnet werden.

Das Projekt könnte Arbeitsplätze für eine Million Israelis, Palästinenser und Jordanier schaffen

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Militärgeheimdienstchef Yadlin zu den Bedrohungen Israels
I. Iran

Der Leiter des israelischen Militärgeheimdienstes (AMAN), Amos Yadlin, hat sich in einem langen Interview mit Ari Shavit in der Haaretz zu den existentiellen Bedrohungen geäußert, denen der Staat Israel ausgesetzt ist. Dabei betont er, dass er sich nicht als Prophet verstehe, der die Zukunft genau voraussagen könne. Vielmehr wolle er Aufklärungsarbeit über mögliche Zukünfte leisten. Am Anfang seiner Ausführungen steht die iranische Bedrohung.

„Der Iran ist nicht nur eine Bedrohung für Israel; er ist eine Bedrohung für eine ganze Anzahl von Staaten im Nahen Osten. Darüber hinaus ist der Iran eine globale Bedrohung. Die Iraner entwickeln Raketen, die in der Lage sind, Atomwaffen nach Europa zu tragen, und in der Zukunft über den Atlantik. Daher ist der Iran ein Weltproblem.“

„Der Iran führt ein ganzes Lager an, dass die Werte der westlichen Gesellschaft bedroht, wie sie über die letzten Jahrhunderte in Europa und den Vereinigten Staaten geschaffen worden sind. Sollte der Iran Atomwaffen bekommen, würde diese Bedrohung erheblich an Bedeutung gewinnen. Jenseits des kulturell-ideologischen Konfliktes gäbe es dann auch eine militärisch-strategische Dimension, die die Auseinandersetzung beeinflussen würde.“

„Die Iraner stoppen nicht bei der Reichweite [ihrer Raketen] bis Israel. Die ballistischen Raketen, die sie entwickeln, haben keinerlei militärische Bedeutung, wenn sie nicht Atomsprengköpfe tragen. Jeder, der sich mit der Entwicklung von Raketen beschäftigt, kann die reichweite von Tausend zu Tausenden Kilometern vergrößern. Anfangs hatten die Iraner die Shihab-3-Rakete mit einer Reichweite von 1300 Km. Nun entwickeln sie die Ashura-Rakete und  arbeiten an der Zusammensetzung von Bauteilen für Raketen einer Reichweite von 2500 bis 3500 Km, die sie von Nordkorea erhalten haben. In technologischer Hinsicht ist der Sprung  von hier zu Interkontinentalraketen kein großer. Er ist möglich. Wir sehen, dass die Iraner daran arbeiten. Es ist real.“

„Bis vor einigen Monaten haben die Iraner in der Urananreicherungsanlage in Natanz 3000 Zentrifugen betrieben. Kürzlich hat [der iranische Staatspräsident] Ahmadinejad die Existenz von 6000 weiteren verkündet. Wir glauben nicht, dass es noch 6000 gibt. Es gibt noch einige Hundert.“

„Theoretisch produzieren 3000 Zentrifugen genug spaltbares Material für eine Atombombe im Jahr. Aber die Iraner sind noch nicht so weit. Ihre Zentrifugen sind veraltet. Ihr Ertrag ist nicht der der Zentrifuge einer Großmacht. Der Iran bemüht sich um die industrielle Produktion von spaltbarem Material und den Aufbau einer Anlage mit zehntausenden Zentrifugen, aber im Moment steht er noch vor technologischen Problemen, die er nicht überwinden kann.“

„Die iranische Atomangelegenheit ist sehr kompliziert. Auch die Einschätzung des Zeitplans ist kompliziert. Drei wirkungsmächtige Faktoren sind hier im Spiel. Einer davon ist der technologische Aspekt. Der zweite ist die Frage des internationalen Drucks. Der dritte ist die Frage nach der iranischen Nuklearstrategie. Will der Iran so schnell wie möglich eine Atombombe oder will er zum Status eines Schwellenlandes gelangen, in dem sich die Japaner und die Deutschen befinden (d.h. in eine Situation, der er beachtenswertes Know-how hätte und in Greifweite einer Atombombe wäre, ohne diese jedoch praktisch zusammenzusetzen)? An die Fragezeichen im Zusammenhang mit diesen drei Faktoren ist die sehr schwierige Möglichkeit des Anfangs des kommenden Jahrzehnts gebunden, die wahrscheinlichere Möglichkeit ist die Mitte des kommenden Jahrzehnts.“

Ari Shavit: D.h. die Einschätzung des AMAN geht dahin, dass der Iran zwischen 2010 und 2015 atomar bewaffnet sein wird?

„Nichts ist eindeutig, aber ja, das ist die Richtung.“

„Die Aussicht einer diplomatischen Eindämmung hängt davon ab, dass es jemandem gelingt, den Iran zu entlarven. Der Iran hält die Welt zum Narren. Und dennoch ist er nicht ernsthaft entlarvt worden. Sollte der Iran in den kommenden ein bis zwei Jahren entlarvt und über jeden Zweifel hinweg bewiesen werden, dass er die Welt hinsichtlich seines Atomprogramms  getäuscht hat, könnte die diplomatische Kampagne wiederbelebt werden.“

„Das Paradox ist, dass nicht-militärische Optionen weniger  erfolgreich sein werden, wenn keine militärischen Optionen auf dem Tisch sind. Aber in Europa herrscht heute die Einstellung, dass die militärische Lösung beinahe strategisch ausgeschlossen ist. Auch in den Vereinigten Staaten steht man heute nach Irak einem Präventivschlag zögerlich gegenüber.  Der Westen ist nicht aus einem Guss gemacht. Es herrscht eine große kulturelle Diskrepanz zwischen beiden Seiten des Atlantiks.  In den USA gibt es einen Kandidaten (John McCain), der sagt, dass ein militärischer Angriff eine schlimme Option sei, ein atomar bewaffneter Iran aber eine noch viel schlimmere. Aber wenn kein Wandel in der Geisteshaltung einsetzt und sich nicht die Überzeugung durchsetzt, dass der Iran in der Tat auf die Atombombe zusteuert, ist die Aussicht, dass der Westen zur Tat schreiten wird, zwar existent, aber nicht groß.“

A. S.: Wenn es keine diplomatische Eindämmung des iranischen Atomprogramms geben und der Westen nicht dagegen einschreiten wird, in welcher Situation befindet sich dann Israel selbst?

„Wir sind ein sehr starkes Land. Wir sind ein Land, das mit jeder Bedrohung im Nahen Osten umgehen kann, einschließlich der Bedrohung, auf die Sie hinweisen.“

A.S.: Also vielleicht sollten wir uns, aus Stärke heraus, einfach mit einem atomaren Iran abfinden und die Tatsache akzeptieren, dass dies eine nicht abwendbare Entwicklung ist?

„Die Möglichkeit einer atomaren Bewaffnung des Iran besitzt zwei Gravitationsebenen. Die eine Ebene besagt, dass ein radikales Regime mit einer radikalen Waffe eine sehr gefährliche Mischung für Israel darstellt. Wir sind die Enkel einer Generation, die nicht zugehört hat. Einer Generation, die die Aussagen, die Juden müssten vernichtet werden, nicht ernst genommen hat. Wir räsonieren über das Ausmaß der Rationalität des iranischen Regimes. Sowohl die religiösen als auch die diplomatischen Äußerungen des iranischen Präsidenten sind keine Äußerungen eines rationalen Politikers. Daher ist die Kombination dieser Haltung mit Atomwaffen sehr problematisch. Es besteht keinerlei Garantie, dass der Iran ein rationaler Atomakteur sein wird. Ich sage nicht, dass die extremsten Szenarien die wahrscheinlichsten sind, aber es ist nicht möglich, sie gänzlich auszuschließen.
Die andere Gravitationsebene besagt, dass Atomwaffen auch einem rational agierenden Iran das Tun von Dingen ermöglichen wird, die er sich heute nicht leisten kann zu tun. Der Iran hat ein Terrornetz über den gesamten Nahen Osten geworfen. Dies ist eindeutig und tief, aber seine Aktivierung ist zurückhaltend. Der Iran setzt heute nur einen kleinen Teil seiner Terroroptionen in die Tat um. Er wird sich anders verhalten, wenn er sich im Besitz von Atomwaffen weiß. Außerdem ist es klar, dass im Falle einer atomaren Bewaffnung des Iran auch andere Staaten, die sich als regionale Mächte verstehen, den nuklearen Weg beschreiten werden. Ich denke zumindest an drei Staaten, die mit dem Iran als einziger Atommacht in der Region nicht einverstanden wären. Der Nahe Osten steht davor, ein multipolares atomares System mit einer konventionellen Unruhe zu werden. Dies wäre – gelinde gesagt – kein Ort, wo man gerne leben möchte.“

(Haaretz, 16.05.08)

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Raketen in Südisrael

Palästinensische Terroristen aus dem nördlichen Gaza-Streifen haben ihren Raketenbeschuss auf den Süden Israels auch heute fortgesetzt. Bis zum Nachmittag landeten insgesamt drei Kassam-Raketen. Zwei davon schlugen nahe einer strategischen Anlage südlich von Ashkelon ein, eine andere landete auf offenem Gelände im Kreis Eshkol. Über Verletzte oder Sachschaden wurde nichts berichtet.

(Yedioth Ahronot, 19.05.08)

In den ersten beiden Maiwochen wurden etwa 72 Raketen und 80 Mörsergranaten aus dem Gaza-Streifen abgefeuert. Seit der Machtübernahme der Hamas in Gaza sind bis Mitte Mai 1396 Raketen und 1553 Mörsergranaten auf israelischem Territorium gelandet.

(Außenministerium des Staates Israel, 18.05.08)

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Kanalprojekt zwischen Rotem und Totem Meer
Eine Gruppe israelischer und ausländischer Geschäftsleute hat ihren Plan für einen Dreimilliardendollar-Kanal zwischen dem Roten und dem Toten Meer fertig gestellt. Hierbei sollen Wasser entsalzt und Wasserkraft gewonnen und gleichzeitig neue Perspektiven der regionalen Zusammenarbeit eröffnet werden.

Das Projekt könnte Arbeitsplätze für eine Million Israelis, Palästinenser und Jordanier schaffen und alljährlich Millionen zusätzlicher Touristen nach Israel locken. Der jordanische König Abdallah  und der saudische Prinz Walid bin-Talal haben bereits ihre begeisterte Unterstützung des Projekts angekündigt.

Die Aufsehen erregende ‚Valley of Peace’-Initiative wurde am vergangenen Donnerstag von dem 57jähigen israelischen Milliardär Yitzhak Tshuva bekannt gegeben. Staatspräsident Shimon Peres hat das Projekt inspiriert und mit vorangetrieben. Die Tycoons Shari Arison, Nohi Danker und Stef Wertheimer haben sich zur Investition verpflichtet. Nun muss das Projekt nur noch von der Regierung abgesegnet werden. Staatliche Gelder sind dabei, wie Tshuva mitgeteilt hat, nicht notwendig.

Der geplante 166 Km lange Kanal zwischen Israel und Jordanien ist nur der Anfang. Im ‚Tal des Friedens’ in der Arava-Wüste sollen entlang dem Kanal Dutzende von Hotels (mit 200 000 Betten) und andere touristische Attraktionen, Umweltindustrien, Gewächshausanlagen und einer der größten botanischen Gärten der Erde entstehen.


Einstweilen noch unter sich - Antilopen in der Arava

Tshuva, der sein Projekt auf der Jerusalemer Konferenz „Facing Tomorrow“ von Shimon Peres darlegte, verbindet mit ihm auch eine umfassende Friedensvision für den Nahen Osten.

(The Jerusalem Post, 16.05.08)

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Wir vergessen euch nicht
Ehud Goldwasser, vor 677 Tagen in den Libanon entführt

Eldad Regev, vor 677 Tagen in den Libanon entführt

Gilad Shalit, vor 694 Tagen in den Gazastreifen entführt


Unter dem folgenden Link finden sich Informationen zu den entführten Soldaten sowie Hinweise dazu, wie der Kampf um ihre Freilassung unterstützt werden kann: http://www.habanim.org/en/German.html

Karnit Goldwasser, die Ehefrau des seit über eineinhalb Jahren entführten Soldaten Udi Goldwasser, bittet die Weltöffentlichkeit in einer Videobotschaft um Hilfe bei der Befreiung ihres Mannes.

Ihr Hilferuf in englischer Sprache findet sich unter dem folgenden Link: http://switch3.castup.net/cunet/gm.asp?ClipMediaID=988135&ak=null

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