Newsletter der Botschaft des Staates Israel - Berlin

   Donnerstag, 16. März 2006
  
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(1) IDF Soldat Ido Shapira, 20, in Jenin erschossen
(2) Wie blind darf man eigentlich sein? Kommentar von Mathias Heller in der BZ vom 16. März 2006
(3) Botschafter Stein bei n-tv zum Geschehen in Jericho
(4) Israel bei der Buchmesse Leipzig, 16. bis 19. März 2006
(5) Hebräische Literatur in deutscher Übersetzung
(6) Hebräisch ist die Sprache Israels, gestern und heute
(7) Eliezer Ben Yehuda oder die Wiedergeburt der hebräischen Sprache
(8) Der „Befreiungsschlag“ der Frauen in der israelischen Literatur
(1) IDF Soldat Ido Shapira, 20, in Jenin erschossen

Der IDF Soldat Ido Shapira, 20, aus Haifa, wurde bei einem schweren Schusswechsel zwischen israelischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern in Jenin im Westjordanland am Donnerstag Morgen erschossen. Die IDF Kräfte unternahmen eine Verhaftungsoperation gegen Terroristen des Islamischen Jihad und den Al Akqsa Märtyrer Brigaden, die verdächtig waren, in den kommenden Tagen Terroranschläge in Israel vorzubereiten.
Bei dem Schusswechsel wurde Ido getötet, die fünf Terroristen konnten verhaftet werden.
Ido Shapira, der seine Eltern und zwei Schwestern hinterlässt, wird heute um 17.30 Uhr auf dem Militärfriedhof in Haifa beigesetzt.

Bei einem Angriff auf israelische Soldaten bei Nablus am Hawara Checkpoint sind heute, Donnerstag, aus einem vorbeifahrenden Wagen zwei Soldaten beschossen und verletzt worden. Sie sind in das Beilinson Krankenhaus in Petach Tikva gebracht worden. (16.03.2006, ynet, jpost)



(2) Wie blind darf man eigentlich sein? Kommentar von Mathias Heller in der BZ vom 16. März 2006

 

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: da tritt ein rechtskräftig als Drahtzieher des Mordes an einem israelischen Minister verurteilter Terrorchef Saadat zu den Palästinenserwahlen an. Er wird Abgeordneter, sitzt aber weiter ein.
Palästinenserpräsident Abbas kündigt seine Freilassung an. Das wollen die Israelis nicht zulassen. Sie holen den Killer aus dem „Gefängnis“ Jericho, wo er nach Belieben ein uns ausgehen konnte. Gleichzeitig nehmen Saadats PLFP-Spießgesellen im „freien“ Gaza 18 westliche Helfer als Geisel, lassen ganze drei wieder frei.
Und da treten UNO und EU auf den Plan und verurteilen die israelische Gewalt!!!



(3) Botschafter Stein bei n-tv zum Geschehen in Jericho

In einem Interview mit Dr. Manfred Bleskin heute morgen bei n-tv äußerte sich Botschafter Shimon Stein zu dem jüngsten Geschehen in Jericho:

„Seit Wochen beklagen sich die Amerikaner und die Briten bei der Behörde, dass die erforderliche Sicherheit für die Aufseher nicht gewährleistet ist. Vor drei Wochen haben sie noch einmal an Abbas geschrieben - er hat keine Maßnahmen getroffen, stattdessen hat er sich ins Ausland bewegt.
[...]
Was bedeutet das – ein unverzeihliches Verbrechen (Anm.d.Red.: Bezeichnung des israelischen Einsatzes durch den Vorsitzenden der PA, Mahmoud Abbas)? [...]  Für uns Israelis war der Mord an dem Minister etwas Unverzeihliches, wir waren [dazu] bereit, dass die Palästinenser die [Mörder] vor Gericht stellen. Und jetzt stellt sich raus, dass die Sicherheit nicht gewährleistet war, und deshalb sahen wir uns gezwungen, diese Maßnahmen zu treffen. Wir hätten uns gewünscht, das nicht tun zu müssen.“ [...]

Auf die Frage, warum die Aktion gerade jetzt, 2 Wochen vor den Wahlen stattgefunden habe, antwortete er:

„Man soll sich an die Fakten halten, das war ja nicht von uns initiiert, auch nicht von uns provoziert.“

Hintergrund-Informationen zum israelischen Armeeeinsatz in Jericho am 14. März 2006 finden Sie hier.



(4) Israel bei der Buchmesse Leipzig, 16. bis 19. März 2006

Israelische Autorinnen und Autoren zu Gast auf der Buchmesse Leipzig

Israelische Autoren-Nacht, 16. März 2006, 20 Uhr, Aula der Alten Nikolaischule Leipzig
Lesungen und Signierstunden am Stand der Botschaft des Staates Israel, 16. bis 18. März 2006, Halle 4, Stand C 402.

Israelische Autorennacht
Donnerstag, 16. März 2006, 20.00 Uhr
Leipzig, Alte Nikolaischule (Jüdische Lebenswelten)

Lesungen und Gespräche mit Aharon Appelfeld, Lizzie Doron, David Grossman, Zeruya Shalev und Joshua Sobol

Begrüßung durch Botschafter Shimon Stein
und Fernando Carro (Bertelsmann Club)

Moderation: Stephan Detjen, Deutschlandradio Kultur
Lesung der deutschen Texte: Simone Cohn-Vossen
Übersetzung: Lilian Astrid Geese (Englisch – Deutsch)

Alte Nikolaischule
Nikolaikirchhof 2
04109 Leipzig

Lesungen und Signierstunden am Messestand der Botschaft des Staates Israel
Messe Leipzig, Halle 4 C402
Donnerstag, 16. März 2006

12.00 Uhr
Zeruya Shalev – Späte Familie (Berlin Verlag)
Moderation: Carsten Sommerfeldt
Lesung: Katharina Hofmann

15.00 Uhr
Aharon Appelfeld – Bis der Tag anbricht (rowohlt Verlag)
Moderation: Gunnar Schmidt
Lesung: Katharina Hofmann

16.00 Uhr
David Grossman – Löwenhonig (Berlin Verlag)
Moderation: Elisabeth Ruge
Lesung: Katharina Hofmann

Freitag, 17. März 2006

11.00 Uhr
Lizzie Doron – Ruhige Zeiten (Jüdischer Verlag Suhrkamp)
Moderation: Nadine Meyer
Lesung: Mirjam Pressler

14.00 Uhr
Joshua Sobol – Whisky ist auch in Ordnung (Luchterhand Literaturverlag)
Moderation: Christan Buckard
Lesung: Sebastian Hufschmidt

16.00 Uhr
Lizzie Doron – Ruhige Zeiten (Jüdischer Verlag Suhrkamp)
Moderation: Nadine Meyer
Lesung: Mirjam Pressler

Samstag, 18. März 2006

15.00 Uhr
Joshua Sobol – Whisky ist auch in Ordnung (Luchterhand Literaturverlag)
Moderation: Sandra Witte
Lesung: Sebastian Hufschmidt



(5) Hebräische Literatur in deutscher Übersetzung

Eine Bibliografie von Anat Feinberg bietet seit September 2005 ein Verzeichnis der hebräischen Literatur in deutscher Übersetzung (Stand Februar 2005). Sie basiert auf der Datensammlung des „Institute for the Translation of Hebrew Literature“ (http://www.ithl.org.il) Tel Aviv, die von der Bibliografin Mary Ogen angelegt wurde.

Ein deutsches Handbuch von Anat Feinberg enthält Essays von bekannten Literaturwissenschaftlern und Kritikern über verschiedene Aspekte und Themen der modernen hebräischen Literatur – ein Versuch, diese in ihrer Vielfalt vorzustellen.

»Diese Nation wurde nicht aus einer Armee oder aus Pyramiden, sondern aus Büchern geboren.« So beschreibt der israelische Schriftsteller Amos Oz eine besondere historische Konstellation: Kaum je ist ein Staat so unmittelbar von Literatur geprägt worden wie das moderne Israel. Von der Bibel bis zu Herzls »Judenstaat« war die Heimkehr der Juden nach Zion in Büchern ersehnt worden. Zionistische Schriftsteller strebten danach, Hebräisch, das Generationen lang eher im religiösen Ritus Verwendung fand, zu einer lebendigen Alltags- und Literatursprache zu machen. Doch der neue Staat bedurfte nicht nur der Lyrik: Die Shoah, die Kriege, die Einwanderungswellen sowie die gesellschaftlichen Spannungen rührten an seiner Existenz und forderten von Schriftstellern politische, kritische Stellungnahme. Hebräische Autoren, von der »Gründergeneration« (Bialik, Brenner, Agnon) über die so genannte »1948er- Generation«, bis hin zu den international bekannten Gegenwartsautoren, wie Amos Oz, Yoram Kaniuk oder Zeruya Shalev, schärfen als offensive Chronisten den Blick auf die israelische Gesellschaft. Die hebräische Literatur ist somit ein Kaleidoskop des modernen Israel.

Einzelveröffentlichungen über Literatur
Anat Feinberg (Hg.)
Moderne hebräische Literatur
Ein Handbuch
September 2005, 296 Seiten
ISBN 3-88377-790-0
EUR 29,00 / sFr 50,70

Weitere Informationen:
The Institute for the Translation of Hebrew Literature: http://www.ithl.org.il



(6) Hebräisch ist die Sprache Israels, gestern und heute
Hebräisch ist die Sprache Israels. Obgleich seit etwa 2000 Jahren im Alltag kein Hebräisch mehr gesprochen wurde, hat man es über die Jahrhunderte hinweg weiterhin als „heilige Sprache“ in der Liturgie, Philosophie und Literatur benutzt. Im späten 19. Jahrhundert keimte Hebräisch als modernes kulturelles Medium wieder auf und wurde zu einem entscheidenden Faktor in der nationalen Erneuerungsbewegung, die im politischen Zionismus gipfelte. Während der Britischen Mandatszeit (1918 – 1948) wurde das Hebräisch neben dem Englischen und Arabischen als eine der Amtssprachen des Landes anerkannt. So wurde der Gebrauch des Hebräischen auch in jüdischen Institutionen und im Erziehungswesen wieder eingeführt. Die hebräische Presse und Literatur erlebte ihre Blütezeit mit neuen Generationen von Autoren und Lesern. Heute ist Hebräisch eine reiche, lebendige Sprache. Der hebräische Wortschatz ist von etwa 8000 Wörtern in biblischen Zeiten auf mehr als 120 000 Wörter im heutigen Hebräisch angewachsen. Die formale linguistische Entwicklung wird von der 1953 gegründeten Hebräischen Sprachakademie gesteuert.

(7) Eliezer Ben Yehuda oder die Wiedergeburt der hebräischen Sprache

Eliezer Ben Yehuda (1858 – 1922) gab den entscheidenden Impuls für die Wiedergeburt des Hebräischen als gesprochene Sprache. Nachdem er 1881 nach Israel eingewandert war, führte Ben Yehuda als einer der ersten den Gebrauch des Hebräischen in Familie und Schule ein, schuf innerhalb des Sprachsystems Tausende von neuen Wörtern und gründete zwei hebräische Sprachzeitschriften. Zudem war er Mitbegründer des Hebräischen Sprachausschusses (1890) und stellte mehrere Bände des 17-bändigen Vollständigen Wörterbuchs des alten und modernen Hebräischen (Complete Dictionary of Ancient and Modern Hebrew) zusammen, das 1910 von seiner Witwe und seinem Sohn vollendet wurde.



(8) Der „Befreiungsschlag“ der Frauen in der israelischen Literatur
„Frauen interessieren sich für die Liebe, Männer für die Welt“. Geschlechterspezifische Zuweisungen prägten lange Zeit die Wahrnehmung von Frauen im männlich dominierten Literaturbetrieb. Anders als in der deutschen Literatur, die in den unterschiedlichen Epochen stets auch von Frauen gestaltet wurde, haben sich Frauenstimmen in der hebräischen Literatur erst seit relativ kurzer Zeit Gehör verschafft. Trotz der zionistischen Forderung nach Gleichberechtigung erwartete man im jungen israelischen Staat von Schriftstellerinnen vor allem Empfindsamkeit und einen gefälligen literarischen Stil. In den achtziger Jahren haben sich die Frauen aus der ihnen zugewiesenen Rolle buchstäblich herausgeschrieben. Seit diesem „Befreiungsschlag“ haben insbesondere die israelischen Autorinnen einen wichtigen Anteil an der Vielstimmigkeit und dem Erfolg der hebräischen Gegenwartsliteratur. Auf der Buchmesse Frankfurt diskutierten im vergangenen Jahr israelische mit deutschen Autoren über den spezifischen Blickwinkel von Frauen im deutschen und israelischen Literaturbetrieb.

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