Newsletter der Botschaft des Staates Israel - Berlin

   Freitag, 03. März 2006
  
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(1) 12 Prozent der Wahlberechtigten sind noch unentschlossen
(2) Prognose der deutsch-österreichischen Wahlbörse „Wahlfieber“
(3) Erneut palästinensischer Raketen-Angriff auf Industrie in Ashqelon
(4) Beitrag von Dr. Wafa Sultan im arabischen Nachrichtensender Al-Jazirah
(5) Vielleicht machen schon bald Millionäre vom Golf Urlaub in Israel
(6) Hollywood kommt nach Jerusalem, Animations-Studio eröffnet
(7) Botschafter Stein will Jugend- und Forscheraustausch stärken
(8) Das Wetter in Israel
(9) Wechselkurse
(1) 12 Prozent der Wahlberechtigten sind noch unentschlossen

Eine weitere Umfrage festigt den jüngsten Trend in der israelischen Wählergunst. Nach einer Erhebung des Dahaf-Institutes im Auftrag von Yedioth Ahronoth könnte die Spitzenpartei Kadima „nur noch“ mit 38 Sitzen rechnen. Damit hätte die Partei in drei Wochen fünf Mandate eingebüßt. Die Arbeitspartei käme auf 20 Sitze, ein Sitz mehr als vergangene Woche. Der Likud verliert einen Sitz und liegt bei 15. Allerdings wurde die Umfrage vor der Entscheidung des Likud-Zentralkomitees durchgeführt, die Parteibasis in Zukunft über die Kandidatenliste abstimmen zu lassen.

Die religiöse sephardische Shas-Partei bleibt unverändert bei 10 Sitzen. Die kürzlich fusionierte Liste aus Nationaler Union und Nationalreligiösen erhielt 9 Sitze (+1). Auch die religiöse Partei der Aschkenasim, das „Vereinte Tora-Judentum“, erhielt einen Sitz mehr und kommt auf 6 Sitze. Die links-liberale zionistische Partei Meretz-Yachad erhielt 5, die arabischen Parteien Hadash und Vereinigte Arabische Liste – Ta’al erhielten je 3 Sitze. Die Partei National-Demokratische Versammlung erhielt 2.

12 Prozent der Wahlberechtigten sagten, dass sie noch unentschlossen sind. Das entspricht einem Anteil von 14 Mandaten. Bis vor zwei Wochen war dieser Anteil noch kleiner. Es gilt als bekanntes Phänomen, dass die Zahl der Unentschlossenen steigt, je näher der Wahltag rückt, und wenige Tage zuvor wieder fällt.

Etwa 70 Prozent sagten, dass die Berichterstattung in den Medien ihre Entscheidung nicht beeinflussen könne. 19 Prozent sagten, es bestehe eine geringe Chance, 8% sprachen von einer mittleren Beeinflussung und nur 3% glauben, dass sie durch die Medien stark beeinflussbar sind. (Ynet, 3.3.)



(2) Prognose der deutsch-österreichischen Wahlbörse „Wahlfieber“

Nachfolgend der Zwischenstand bei der deutsch-österreichischen Wahlbörse www.wahlfieber.de zur Knessetwahl am 28. März (Durchschnittswert der letzten Tage, Tendenz in Klammern):

Kadima 28,0 % (--)
Avoda 16,0 % (+)
Likud 13,0 % (-)
Shas 8,0 % (+)
Mafdal / Nationale Union 11,0 % (+)
Yisrael Beitenu 6,0 % (-)
Meretz 6,0 % (=)
Andere 13,0 % (++)

Die Zahlen sind grob gerundet und ergeben daher in der Summe einen Wert ungleich 100%.

Die israelische Wahlbörse ist seit 21.2. geöffnet. Bis zum Wahltag können die Händler rund um die Uhr die Aktien von folgenden Parteien handeln: Kadima - Avoda (Arbeitspartei) - Likud-Partei - Shas – Mafdal/Nationale Union - Yisrael Beitenu - Meretz-Yachad – Andere. Die Teilnahme ist für alle Händler kostenlos, gespielt wird mit virtuellem Geld; den besten Tradern winken unterschiedliche Preise.



(3) Erneut palästinensischer Raketen-Angriff auf Industrie in Ashqelon
Die radikal-islamische Terrororganisation „Palästinensischer Islamischer Jihad“ hat am Freitag erneut israelische Ziele mit Qassam-Raketen angegriffen. Eine Rakete landete im Industriegebiet südlich von Ashqelon. Ein Arbeiter wurde leicht verletzt. Es entstand leichter Sachschaden. Zwei Raketen landeten in Karmiya und Yad Mordechai. Die Orte liegen wenige Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Die Israelische Armee reagierte mit Artilleriefeuer auf jene Gebiete, aus denen die Raketen abgeschossen wurden. Im Industriegebiet brach Panik aus. Die Angriffe halten seit Tagen an. Vor zwei Wochen wurde eine Frau bei einem Angriff auf das Industriegebiet leicht verletzt. Am Donnerstag kündigte der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert (Kadima) an, Israel werde mit „eiserner Hand“ gegen den Terror vorgehen. (Ynet, 3.3.)

(4) Beitrag von Dr. Wafa Sultan im arabischen Nachrichtensender Al-Jazirah

Kommentar zu „Yaron London und Moshe Kirschenbaum“, Channel 10, 28.2.06, 01:30h

Aus der „Ecke der guten Nachricht“, Haaretz, 1.3.06
Kommentar von Chaggai Chitaron

„Vorgestern zu später Stunde verbreitete sich das Gerücht, dass jeder, der nicht den Mix von Zvi Yecheskeli auf Channel 10 angesehen hat, etwas Besonderes verpasst hat. Also habe ich mir am Morgen die Wiederholung angeschaut.

Für alle, die es nicht gesehen haben: Es geht um einen Ausschnitt des wöchentlichen Unterhaltungsprogramms mit dem Titel „die umgekehrte Richtung“ des arabischen TV-Senders Al-Jazirah. Dieses Mal trat Dr. Wafa Sultan, eine christliche libanesische Intellektuelle auf, die heute in Los Angeles lebt. Sultan diskutierte unter der Moderation von Faisal Al-Qassam (ein muslimischer Exil-Syrer) mit einem ägyptischen muslimischen Religionsvertreter.

Es scheint, dass sich in der arabischen Welt ein Wandel vollzieht, zumindest in Bezug auf den Mut, öffentlich seine Meinung kundzutun. Im Rahmen dieser Offenheit können sich Israel und der Zionismus kaum eine strengere, schnellere und resolutere Sprecherin wünschen als Sultan. Benyamin Netanyahu und Effi Eitam sind im Vergleich mit ihr schon fast links.

Der Zorn von Dr. Sultan über den muslimischen Fanatismus im Allgemeinen und die Selbstmordattentate im Besonderen haben den Bildschirm zum Wackeln gebracht. Die Tatsache, dass sie Christin und nicht Muslimin ist, hat die Sensation zwar gemindert, doch schon so war das alles kaum zu glauben.

Auf die Aussage Sultans, dass sich Juden nach dem Holocaust in der Öffentlichkeit in Deutschland nicht in die Luft gesprengt hätten, reagierte ihr Gesprächspartner einfach nur entsetzt und sprachlos angesichts ihrer Entschiedenheit.“ (Haaretz, 01.3.)

Um den Beitrag von Dr. Wafa Sultan auf Al-Jazirah jetzt im Internet anzuschauen, klicken Sie bitte auf folgenden Link des Middle East Media Research Institute MEMRI TV (Arabisch mit englischem Untertitel):

http://switch5.castup.net/frames/20041020_MemriTV_Popup/video_480x360.asp?ai=214&ar=1050wmv&ak=null



(5) Vielleicht machen schon bald Millionäre vom Golf Urlaub in Israel

Das israelische Außenministerium wandte sich vor kurzem mit der Bitte an die israelische Sicherheitsbehörde „Shabak“, die Sicherheitsbestimmungen für Staatsbürger der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zu ändern. Damit soll wohlhabenden muslimischen Touristen aus dem Persischen Golf ermöglicht werden, nach Israel zu kommen und den Aufschwung in der Tourismusbranche unterstützen. Der Anfrage des Außenministeriums schloss sich auch das Innenministerium an, das für die Erteilung von Einreisegenehmigungen nach Israel und die Grenzübergänge zuständig ist. Vor einigen Tagen gab es ein Gespräch zwischen Vertretern beider Ministerien. Der Shabak habe noch keine Entscheidung gefällt. Kein Staat im Persischen Golf hat bis heute offizielle diplomatische Beziehungen mit Israel aufgenommen. Lediglich in Doha (Qatar) gibt es eine israelische Handelsvertretung. (Maariv, 28.2.)



(6) Hollywood kommt nach Jerusalem, Animations-Studio eröffnet

Wenn sie schon immer davon geträumt haben, einen Superstar aus Hollywood in Israel zu sehen oder einen Kassenschlager, der an israelischen Orten gedreht wurde, dann kann das jetzt passieren: in einigen Monaten soll eine große Delegation aus Hollywood nach Israel kommen, um die Möglichkeit zu prüfen, in Israel Filme zu produzieren. Den Besuch initiierte das israelische Konsulat in Los Angeles. Zur Delegation, die nach Israel kommt, werden die Präsidenten der Produktionsfirmen der großen Studios gehören, die unter anderem für die Entscheidung zuständig sind, wo die Filme gedreht werden.

Am Mittwoch eröffneten die beiden „Hollywood-Veteranen“ Max Howard und Douglas Wood das erste israelische Animations-Studio in Jerusalem. Die amerikanische Film-Fördergruppe JVP finanzierte das Projekt zu großen Teilen. Die große Entwicklung der Animationsfilme in den letzten Jahren hat dieses Projekt in Jerusalem möglich gemacht, erklärte JVP-Gründer Erel Margalit, Schirmherr des Studios. „Nun können wir unabhängige Film-Studios gründen, die den Markt in großer Art und Weise erobern.“ Das Studio soll hauptsächlich Familien-Filme für den Export produzieren. Howard und Wood wirkten bisher in Kino-Filmen wie „Pocahontas“, „Aladdin“, „Der König der Löwen“ und „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ mit. (Yedioth Ahronoth, 28.2., Haaretz, 1.3.)



(7) Botschafter Stein will Jugend- und Forscheraustausch stärken

Interview in der Nordwest Zeitung Nr. 52, Donnerstag, 2.3.06, Seite 3. „Mit Status quo niemals zufrieden sein“, von Gunars Reichenbachs. (Auszug)

Frage: Herr Botschafter, warum verlassen Sie das diplomatische Parkett in Berlin, um sich in Niedersachsen mit Schülern in eine Schulbank zu setzen?

Stein: Ich tue das mit großem Vergnügen. Wo immer ich kann, diskutiere ich mit Jugendlichen und Schülern über Israel und Deutschland. Ich beobachte ein riesiges Interesse an Israel, aber auch an dem Botschafter persönlich. Nicht jeden Tag kommt ein Diplomat in die Schule. Deshalb gibt es eine große Neugier, wie ein Botschafter arbeitet.

Frage: Was ist die meist gestellte Frage an Sie?

Stein: Was macht eigentlich ein Botschafter? Noch immer gibt es die Vorstellung, wir gingen von einem Empfang zum anderen mit dem Glas in der Hand und schwätzend. Ich schildere mal den Alltag. Damit kommen automatisch andere Themen zur Sprache: die deutsch-israelische Verbindung, die Geschichte und die einzigartige Beziehung zwischen Deutschen  und Israelis. Diskussionen ergeben sich automatisch zur gegenwärtigen Lage in Nahost. Es ist eine bunte Gesprächsmischung.

Frage: (…) In jeder Beziehung gibt es noch etwas zu verbessern. Was wäre es im deutsch-israelischen Verhältnis?

Stein: Richtig ist, mit dem Status quo sollte man nie zufrieden sein. Ein wichtiges Thema ist der Jugendaustausch. Hier gilt es, das große Interesse auf beiden Seiten noch zu vertiefen und die Kontakte auszubauen. Ein weiteres Schlüsselthema sind die Beziehungen in Forschung und Wissenschaft. Gemeinsam können wir diesen Bereich noch intensivieren.



(8) Das Wetter in Israel

Freundlich und warm.

Jerusalem: 12-20°C
Tel Aviv: 14-20°C
Haifa: 14-20°C
Be’er Sheva: 11-23°C
Eilat: 15-28°C



(9) Wechselkurse

1 € - 5.6142 NIS (+0.025%)
1 CHF – 3.5879 NIS (-0.148%)
1 £ - 8.2142 NIS (-0.522%)
1 $ - 4.7020 NIS (-0.021%)
(Bank of Israel, 2.3.06)



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