Newsletter der Botschaft des Staates Israel - Berlin

   Donnerstag, 02. Dezember 2004
  
Pfeil   An- und Abmelden des Newsletters     
Pfeil   Botschaft des Staates Israel - Berlin     

(1) Regierungskoalition am Streit um den Staatshaushalt 2005 zerbrochen
(2) Israelische Sicherheitsbehörden empfehlen: „Ja zu Kontakten mit Syrien“
(3) Iranisches Fernsehen sendete neuen Hetz-Film gegen Israel: Link im Internet
(4) „Die Hälfte der Deutschen sind der Meinung, dass Israel den Palästinensern das antut, was die Nazis den Juden angetan haben“
(5) Live-Übertragung der Pressekonferenz mit dem Bundesaußenminister am Sonntag im Internet
(6) Das Wetter in Israel
(7) Wechselkurse
(1) Regierungskoalition am Streit um den Staatshaushalt 2005 zerbrochen
Die Regierungskoalition von Ministerpräsident Ariel Sharon ist am Mittwoch am Streit um Staatshaushalt 2005 zerbrochen. Nachdem Shinui gegen den Entwurf gestimmt hatte, machte der Ministerpräsident noch am selben Abend seine Drohung wahr und entließ alle fünf Minister der Partei. Von den 120 Abgeordneten der Knesset stimmten 69 gegen den Haushaltsplan. 43 Abgeordnete stimmten dafür. Shinui begründete ihr Abstimmungsverhalten damit, dass der Plan ultra-orthodoxe Einrichtungen zu hoch subventioniere. Die streng religiösen Organisationen sollten umgerechnet rund 50 Millionen Euro Zuschuss erhalten, falls religiöse Parteien wie die sephardische Shas und die Partei des Vereinigten Torah-Judentums dem Haushaltsplan zustimmten. Nun strebt Ministerpräsident Ariel Sharon eine Koalition mit der Arbeitspartei, dem Vereinigten Torah-Judentum und der Shas-Partei an. Der Vorsitzende der Arbeitspartei, Shimon Peres, hat zur einzigen Bedingung gestellt, dass nur solche Parteien der Regierungskoalition beitreten, die auch den Abkopplungsplan Ariel Sharons, d.h. den Rückzug Israels aus dem Gazastreifen und dem nördlichen Westjordanland, unterstützen. (Ha’aretz)

(2) Israelische Sicherheitsbehörden empfehlen: „Ja zu Kontakten mit Syrien“

Die Sicherheitsbehörden in Israel haben sich den Stimmen angeschlossen, die dazu aufrufen, dem Werben des syrischen Präsidenten um Friedensgespräche mit Israel nachzugeben. Vor dem Hintergrund der Botschaften, die Jerusalem in der letzten Zeit aus Damaskus erreicht hätten, erklärten führende Sicherheitsstellen, dass man dem syrischen Präsidenten Bashar Assad nicht die kalte Schulter zeigen dürfe.

 

In der nachrichtendienstlichen Abteilung der israelischen Armee geht man davon aus, dass Assad die Kontakte als Feigenblatt nutzen würde, um sich von dem schweren politischen Druck, der auf ihm lastet, zu befreien. Gleichzeitig halten die Sicherheitsbehörden die Möglichkeit, dass Syrien tatsächlich am Frieden interessiert ist, nicht für abwegig. Dort ist man der Überzeugung, dass Verhandlungen mit Damaskus zu einer Beruhigung an der Nordgrenze, einer Einschränkung der Hisbollah im Libanon und zur Einschränkung der Aktionen der Terrororganisationen in Damaskus beitragen würde. (Ma’ariv)

(3) Iranisches Fernsehen sendete neuen Hetz-Film gegen Israel: Link im Internet

Der iranische Fernsehsender Sahar 1 hat am 11. November 2004 eine Sendung ausgestrahlt, in der iranische Schauspieler israelische Soldaten darstellen. Die Männer benutzen eine als Kinderpuppe getarnte Bombe, um damit arabische Kinder anzulocken und zu töten. Die Schauspieler sprechen Hebräisch mit sehr starkem persischen Akzent. Das Hebräisch ist teilweise fehlerhaft und ist mit persischen Untertiteln versehen. MEMRI Israel hat die iranische Sendung aufgezeichnet und mit hebräischen Untertiteln versehen.

Der Film kann unter folgendem Link im Internet angesehen werden:

 

http://switch3.castup.net/cunet/gm.asp?ClipMediaID=44576&ak=null

 

Weitere Videos von MEMRI: http://www.memri.org/video/

Das Middle East Media Research Institute (MEMRI) stellt Übersetzungen von Beiträgen in arabischen Zeitungen und Fernsehsendern über Ereignisse und Entwicklungen im Nahen Osten zur Verfügung. Mit der Veröffentlichung möchte MEMRI zum besseren Verständnis der Zusammenhänge im Nahen Osten und zur Berichterstattung über die Region im Ausland beitragen. (www.memri.org)

(4) „Die Hälfte der Deutschen sind der Meinung, dass Israel den Palästinensern das antut, was die Nazis den Juden angetan haben“

Mehr als die Hälfte aller Deutschen (52,1%) sind der Auffassung, dass sich das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern grundsätzlich nicht von dem der Nazis im Dritten Reich gegenüber den Juden unterscheidet.

 

68% der Deutschen sagen, dass Israel einen „Vernichtungskrieg“ gegen die Palästinenser führt.

 

Diese ernstzunehmenden Ergebnisse wurden in einer Studie (die erste dieser Art) über das Image Israels und über den Einfluss des Antisemitismus auf die deutschen Beziehungen zu Israel veröffentlicht. Die Studie wurde in Deutschland durchgeführt und wird heute im Rahmen einer Diskussion über den Kampf gegen den Antisemitismus in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Die Studie über „Kritik an Israel bzw. Antisemitismus“ wurde im Rahmen einer langjährigen Studie über die Situation des Antisemitismus und Rassismus in Deutschland mit dem Namen „deutsche Bedingungen“ unter der Leitung von Dr. Wilhelm Heitmeyer von der Universität Bielefeld (Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung) durchgeführt.

 

Erstmals entschieden die Leiter der Studie, den Einfluss des Antisemitismus auf das Ansehen Israels zu untersuchen. Dies in Anbetracht der andauernden Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit über die Grenzen zwischen Antisemitismus und legitimer Kritik am Staate Israel.

 

Seit Beginn der Intifada haben sich deutlich antisemitische Untertöne in die Kritik an Israel gemischt, die in politischen Kreisen, in der Presse und auch in der breiten Öffentlichkeit in Deutschland Ausdruck finden.

 

Die Ergebnisse der Studie zeigen erstaunliche Details über das Ausmaß des Zusammenhangs, der zwischen dem Antisemitismus und dem negativen Verhalten in Deutschland gegenüber Israel besteht, einem Staat, der bis vor Kurzem noch als der in der Europäischen Union am engsten mit Israel befreundete Staat galt.

 

Die Mehrheit der Deutschen rechtfertigt Gefühle der Antipathie gegenüber Juden wegen der Politik Israels:

 

31,7% der Personen, die an der Umfrage teilgenommen hatten, sagten, dass die Juden ihrer Meinung nach wegen der Politik Israels nicht mehr beliebt sind.

 

55,6% denken, dass sich die Juden, die in Deutschland leben Israel mehr verbunden fühlen als Deutschland.

 

44,4% sagten, dass es ihnen aufgrund der Politik Israels verständlich sei, warum Juden gehasst werden.

 

81,9% gaben zu, dass sie Zorn empfinden, wenn sie daran denken, wie Israel mit den Palästinensern umgeht.

 

86% sagten, dass es ungerecht sei, dass Israel den Palästinensern Boden wegnimmt.

 

Der Großteil der Deutschen vergleicht das Verhalten Israels mit den Verbrechen der Nationalsozialisten:

 

68,3% der Befragten gaben an, dass sie sich darüber ärgern, dass man die Deutschen auch heute noch wegen der Verbrechen an den Juden beschuldigt.

 

62,2% sagten, dass sie es satt hätten, von den Verbrechen der Deutschen an den Juden zu hören.

 

Die Verfasser der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse der Studie daraufhin weisen, dass antisemitische Einstellungen gegen Juden und gegen Israel in das Zentrum der deutschen Gesellschaft eingedrungen sind.

 

Bei diesen Einstellungen gibt es keinen Unterschied zwischen verschiedenen Altersgruppen oder zwischen West- und Ostdeutschen.

 

Die Verfasser der Studie definierten vier Kriterien für antisemitische Kritik an Israel:

Aberkennen des Existenzrechts Israels oder des Rechts auf Selbstverteidigung

Vergleich der Politik Israels gegenüber den Palästinensern mit der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten

Doppelmoral gegenüber Israel im Vergleich mit anderen Ländern

Vorurteile über Juden, über den Staat Israel und das Verantwortlichmachen der Juden für die Politik der israelischen Regierung

 

Bundesinnenminister Otto Schily warnte vor einer Verharmlosung des Antisemitismus in Deutschland. „Wir dürfen nicht nachlassen, den virulenten Antisemitismus zu bekämpfen“, sagte Schily auf einer Veranstaltung zum 25jährigen Bestehen der Hochschule für Jüdische Studien (am Dienstag) in Heidelberg. (Yediot Aharonot)

(5) Live-Übertragung der Pressekonferenz mit dem Bundesaußenminister am Sonntag im Internet
Live-Übertragung der Pressekonferenz von Außenminister Silvan Shalom mit Bundesaußenminister Joschka Fischer am Sonntag, den 5. Dezember 2004, um 17 Uhr Ortszeit (16 Uhr MEZ) in Jerusalem: www.mfa.gov.il

(6) Das Wetter in Israel

Heiter bis wolkig und etwas wärmer.

 

Jerusalem: 9-16°C

Tel-Aviv: 12-21°C

Haifa: 11-18°C

Be’er Sheva: 8-20°C

Am Toten Meer: 13-21°C

Eilat: 13-22°C

(7) Wechselkurse

1 € - 5.8126 NIS (+0.043%)

1 £ - 8.433 NIS (+0.324%)

1 $ - 4.363 NIS (-0.092%)

(Bank of Israel, 02.12.04)

Pfeil   Newsletter-Archiv

Pfeil   Israel von A-Z

Pfeil   Medienspiegel der deutschen Botschaft Tel Aviv
Pfeil   Israel Ministry of Foreign Affairs

Pfeil   Israel Line - MFA Newsletter

Pfeil   Israel Defense Forces IDF

Dieser Newsletter mit Mitteilungen israelischer Ministerien und Meldungen aus der israelischen Presse wird von der
Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit zusammengestellt. Anmerkungen und Fragen
richten Sie bitte an: botschaft@israel.de.
Für den Inhalt externer Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Disclaimer

Hier geht es zur vergrößerten Ansicht des Newsletters