Newsletter der Botschaft des Staates Israel - Berlin

   Montag, 29. November 2004
  
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(1) Interview mit Ilan Mor, Gesandter des Staates Israel in Berlin (WDR 5)
(2) Arabische Zeitung: PA gab Anweisungen zum Ende der Hetze gegen Israel
(3) Israelischer Soldat durch Tunneleinsturz im Gazastreifen getötet
(4) In Israel wächst die Sorge über den Streit um das Grundwasser
(5) Michel Friedman neuer Vorsitzender des Keren Hayesod in Deutschland
(6) Israelische Social Spots auf dem Internationalen Kurzfilmfestival Köln
(7) Das Wetter in Israel
(8) Wechselkurse
(1) Interview mit Ilan Mor, Gesandter des Staates Israel in Berlin (WDR 5)

In einem Interview mit dem WDR 5 (Morgenecho 29.11.04) hat sich Ilan Mor, Gesandter des Staates Israel in Berlin, heute vorsichtig optimistisch über die Entwicklungen im Nahostkonflikt geäußert:

 

„Es gibt in der Tat eine kleine Bewegung, aber man soll nicht mit so großer Euphorie die ganze Sache anschauen. Wir hatten schon vor zehn Jahren den Osloer Prozess gehabt, und damals haben wir alle mit Euphorie und Begeisterung den Zustand der Dinge angeschaut. Und danach kam eine große Enttäuschung. Deswegen sage ich: Es gibt ein kleines Fenster für neue Gelegenheiten, aber man soll sehr vorsichtig sein.“

 

„Ich glaube, was die Palästinenser heute machen, ist, die richtige Sache zu tun. Ich glaube, nach dem 9. Januar werden wir einen Führer haben bzw. Abu Masen, der in der Lage sein soll, die Verhandlungen mit Israel durchzuführen. Ich glaube, beide Seiten – mit kleinen, aber ganz deutlichen Hoffnungen – werden in der Lage sein, die ganzen weiteren Verhandlungen zu koordinieren...“

 

Das vollständige Interview mit dem Gesandten Ilan Mor können Sie auf der Seite des WDR 5 anhören oder als PDF-Datei lesen. Die Fragen stellte Cordula Dennighoff: http://www.wdr5.de/sendungen/morgenecho/411491.phtml

(2) Arabische Zeitung: PA gab Anweisungen zum Ende der Hetze gegen Israel

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat die palästinensische Presse angewiesen, kein Material zu veröffentlichen, das als Hetze gegen Israel ausgelegt werden könnte. Das berichtete am Montag die in London erscheinende arabische Tageszeitung „A-Sharq al-Awsat“. In der vergangenen Woche hatte die israelische Regierung ihre Forderung wiederholt, die antiisraelische und antijüdische Hetze in der PA als eine Geste des guten Willens zu stoppen.

 

Nach palästinensischen Angaben kam die Anweisung aus Ramallah 24 Stunden nach Sharons Aufruf gegen die Hetze in palästinensischen Schulen und Medien. Die Quellen fügten hinzu, dass die palästinensische Rundfunkbehörde mehrere Sitzungen einberufen habe, um Details über die Neuerungen mitzuteilen.

 

„A-Sharq al-Awsat“ berichtet, dass Lieder, die zum palästinensischen Kampf aufrufen, und Aufnahmen palästinensischer „Shahidim“ („Märtyrer“) in Folge dessen durch dokumentarische Sendungen über Arafat ersetzt wurden.

 

Gleichzeitig soll die PA Interesse daran gezeigt haben, dass der israelisch-palästinensische Ausschuss gegen die Hetze ihre Arbeit wiederaufnimmt. Die Kommission bestand unter der Regierung des ehemaligen Ministerpräsidenten Mahmoud Abbas (Abu Masen), und stand unter der gemeinsamen Leitung von Marwan Kanfani, Mitglied des palästinensischen Legislativrats und eines Vertreters der israelischen Presse.

 

Die PA fordert nun, dass das Problem der Hetze auf beiden Seiten angegangen wird. Die Palästinenser sind nämlich der Überzeugung, dass sie zahlreiche Beweise sammeln können, um Hetze auch auf israelischer Seite aufzudecken: „Die israelische Presse rüstet sich selbst mit Dutzenden radikaler Zitate führender Militärvertreter aus, die man als Hetze gegen die Palästinenser betrachten kann“, hieß es.

 

Das Middle East Media Research Institute (MEMRI Israel) zeigte sich von der neuen palästinensischen Erklärung noch nicht sehr beeindruckt: „Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob es wirklich einen Wandel im Bereich der Hetze gibt,“ hieß es in dem Institut zur Beobachtung der arabischen Medien im Nahen Osten, „die einzige spürbare Veränderung derzeit ist, dass am vergangenen Freitag nicht die übliche Predigt ausgestrahlt wurde.“

 

„Palestinian Media Watch“ (PMW), ein weiteres israelisches Institut zur Beobachtung der palästinensischen Medien, geht sogar davon aus, dass die Palästinenser zu einer stärker ideologisch gefärbten Hetze zurückkehren werden, einer Art Hetzte, die in der Zeit vor dem Beginn der Intifada Gang und Gäbe war. „Erst gestern (Sonntag) wurde im palästinensischen Fernsehen eine Sendung ausgestrahlt, die in den letzten Monaten fünfmal gezeigt worden war, und die Kinder in einem Sendestudio zeigt, die über die Umsetzung des Rechts auf Rückkehr sprachen“, sagt Itamar Marcus, der Leiter von PMW. „Eines der Kinder sagte, dass es sein Haus in Dir Yassin nicht vergessen habe, und dass es noch dorthin zurückkehren werde, sogar wenn es dafür gewaltsam kämpfen müsse. Das wiederkehrende Motto ist, dass Haifa, Akko und Yaffo zu Palästina gehören und die Flüchtlinge dorthin zurückkehren werden. In einem anderen Beispiel erklärte ein führender Professor im Sendestudio wiederholt, dass Israel wie ein Parasit sei, der in dem Tier, das er tötet, haust – das ist wirkliche Hetze, die zu Hass und Gewalt führt, auch wenn sie in ein wenig anderer Form erscheint“, meint Marcus. „Wir nehmen diese Entwicklung sehr ernst, und wahrscheinlich wird man das in naher Zukunft auf palästinensischen Fernsehbildschirmen sehen können.“ (ynet)

 

Hintergrund:

Erklärung des Außenministers Silvan Shalom zum Abschluss des gemeinsamen israelisch-palästinensischen Komitees zur Vermeidung der Hetze – Jerusalem, 7. Juli 2003:

http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/document.asp?DocumentID=33515&MissionID=88

(3) Israelischer Soldat durch Tunneleinsturz im Gazastreifen getötet

Israelische Soldaten haben am Montagmorgen im Gazastreifen zwei bewaffnete Palästinenser getötet. Die beiden Männer hatten in der Nähe der Siedlung Netzarim mit Sprengsätzen auf Soldaten geworfen und Schüsse abgefeuert. Am frühen Morgen haben Palästinenser zwei Qassam-Raketen auf Israel abgeschossen. Die Raketen landeten im westlichen Negev und richteten keinen weiteren Schaden an. Ebenso am Montag feuerten Palästinenser eine Mörsergranate auf eine Siedlung im nördlichen Gazastreifen. Dabei wurde ein Haus beschädigt. Vier palästinensische Mörsergranaten schlugen am Sonntag im Siedlungsblock Gush Katif ein, dabei wurde eine Schule beschädigt. Mehrere Kinder erlitten einen Schock.

 

Ein Soldat der israelischen Armee (IDF) ist am Montag ums Leben gekommen, als ein palästinensischer Schmugglertunnel an der Grenze zwischen dem südlichen Gazastreifen und Ägypten in sich zusammenstürzte. Der Tunnel führte unter der von Israel kontrollierten sogenannten „Philadelphi-Route“ hindurch. Mit Hilfe dieser Route versuchen die IDF, den Waffenhandel zwischen Ägyptern und palästinensischen Terrorgruppen im Gazastreifen einzudämmen. Ein weiterer Soldat wurde verletzt. Die beiden Soldaten waren in einen sieben Meter tiefen Schacht gestürzt. Vermutlich ist der tagelange Regen und der aufgeweichte Boden der Grund für den Einsturz. Palästinensische Quellen berichteten, dass sich die „Iz a-din al-Qassam“ -Brigaden (militärischer Arm der Hamas-Organisation) und die „Zalah-a-din“ –Brigaden (eine der bewaffneten palästinensischen Gruppierungen im Gazastreifen) für den Bau des Schmugglertunnels verantwortlich erklärt hatten. (Ha’aretz, ynet)

(4) In Israel wächst die Sorge über den Streit um das Grundwasser

Palästinenser haben im nördlichen Westjordanland Hunderte nicht genehmigter Grundwasserbohrungen durchgeführt. Nach dem Abkopplungsplan von Ministerpräsident Ariel Sharon wird sich Israel aus dem Gebiet (Samaria) im kommenden Jahr zurückziehen. In Israel wächst die Sorge, dass sich der Streit um das Grundwasser nach dem Rückzug verstärken könnte.

 

Die palästinensische Autonomiebehörde (PA) hatte sich im Interimsabkommen mit Israel dazu verpflichtet, die Bohrungen zu stoppen. Sollte dies nicht passieren, droht eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Wasserversorgung im Nordosten Israels. Betroffen sind die Gemeinden im Jesre'el-Tal, Gilboa und im Beit-She'an-Tal.

 

Israelische Vertreter vermuten, dass die Palästinenser nach dem Rückzug der israelischen Armee (IDF) das Abpumpen von Grundwasser intensivieren werden, sowohl was die Wassermenge betrifft als auch in Bezug auf die Tiefe, aus der das Wasser nach oben befördert wird.

 

Nach dem Interimsabkommen muss jeder, der nach einer neuen Quelle bohren will, eine Genehmigung beim israelisch-palästinensischen Komitee einholen. Auf Grund des Wasserabkommens zwischen Israel und den Palästinensern liefert Israel Wasser nach Ramallah, und eine bedeutende Menge fließt auch in den Gazastreifen.

 

Im Herbst 2000 wurde vereinbart, dass 17 illegale Brunnen in der Gegend still gelegt werden. Doch dies geschah bis heute nicht. Die Wasserkommission schätzt, dass die Zahl der illegalen Brunnen zwischen 150 und 260 liegt. In Armeekreisen geht man von etwa 300 nicht genehmigten Quellen aus.

 

Die Wasserversorgung ist für Gemeinden im Nordosten Israels und deren Landwirtschaft von großer Bedeutung. Außerdem könnte ein übermäßiger Wasserverbrauch den Salzgehalt des Wassers erhöhen und den Anbau von Feldfrüchten unmöglich machen, warnen Wissenschaftler.

 

Das Problem wurde dem Ministerpräsidenten vorgelegt. Das Verteidigungsministerium hat die Möglichkeit von Sanktionen in Erwägung gezogen, um die illegalen Bohrungen zu stoppen. Auch internationale Experten wurden zu Rate gezogen. (Ha’aretz)

 

Hintergrund:

Das Wasserproblem im israelisch-arabischen Konflikt: Internationale und rechtliche Grundlagen bei der gemeinsamen Nutzung von Wasser:

http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/document.asp?DocumentID=37548&MissionID=88

(5) Michel Friedman neuer Vorsitzender des Keren Hayesod in Deutschland

Dr. Michel Friedman ist neuer Vorsitzender des Keren Hayesod - Vereinigte Israel Aktion e. V. in Deutschland. Der ehemalige Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Publizist und Fernsehjournalist wurde am Sonntag auf der Bundeskonferenz in München zum Vorsitzenden des Präsidiums gewählt. Sein Amtsvorgänger Dr. David Leschem wurde zum Stellvertreter gewählt.

 

Der Keren Hayesod (deutsch: Gründungs-Fond) wurde 1920 als Reaktion auf die Londoner Balfour-Erklärung ins Leben gerufen, die dem jüdischen Volk eine „Heimstatt in Palästina“ zuerkannte. Der Keren Hayesod sollte die Einwanderung von Juden finanzieren, die vor allem vor den antisemitischen Pogromen in Osteuropa fliehen mussten.

 

Fast 85 Jahre nach der Gründung des Keren Hayesod und 57 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung des jüdischen Staates ist Israel heute mit seinen mehr als 5 Millionen jüdischen sowie 1,5 Millionen arabischen Bürgern eine politische und wirtschaftliche Realität. Das jährliche Spendenaufkommen beträgt weltweit rund € 150 Millionen, davon aus Deutschland € 2,5 Millionen.

 

Der Keren Hayesod leistet mit Hilfe seiner weltweiten Spender einen entscheidenden Beitrag zu einem friedlichen Miteinander von Arabern und Juden in Israel, zur Integration von Millionen jüdischen Einwanderern aus über 90 Ländern der Welt, zur Bildung und Erziehung junger Menschen, zum sozialen Engagement von Jung und Alt, und zur Betreuung von Terroropfern.

 

Derzeit ist der Keren Hayesod in 46 Ländern auf allen Kontinenten der Erde mit seinen überwiegend ehrenamtlichen Helfern tätig. Keren Hayesod ist die einzige Organisation, die bereits 1956 auf Grund eines Gesetzes der Knesset als offizielle weltweite Spendenorganisation Israels eingesetzt wurde.

(6) Israelische Social Spots auf dem Internationalen Kurzfilmfestival Köln

Vom 1. bis zum 5. Dezember werden zum 7. Mal die short cuts cologne veranstaltet. Dieses Jahr würdigt das Festival das Genre der „social spots“ als eine Sonderform des Kurzfilmes und präsentiert Beispiele aus der ganzen Welt. Sie werden zumeist von Behörden, Vereinen oder non-profit-Organisationen produziert, um in der sogenannten breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein für Missstände und Probleme zu schärfen. In Israel behandeln solche Filme globale Themen wie AIDS, greifen aber auch für das eigene Land typische Problematiken, z.B. Integration von Einwanderern oder Wasserknappheit, auf.

 

Am internationalen Wettbewerb nimmt Mihal Brezis und Oded Ben Nuns „Sabbath Entertainment“ teil. Der Film, der die Protagonistin Rahel in ihrem säkularen sowie orthodoxen Doppelleben zeigt, ist dieses Jahr bereits als beste Produktion auf dem New Yorker International Children's Film Festival ausgezeichnet worden und erhielt auf dem Poitiers Festival in Frankreich den Jury-Preis.

 

Die Auswahl an social spots wird am 1.Dezember 2004 um 22:30 h und am 5. Dezember um 16:00 h gezeigt. Weitere Informationen zum Programm und allgemein zum Festival finden Sie unter www.short-cuts-cologne.de

(7) Das Wetter in Israel

Heiter bis wolkig. Die Temperaturen:

 

Jerusalem: 6-13°C

Tel-Aviv: 10-21°C

Haifa: 9-19°C

Be’er Sheva: 7-19°C

Am Toten Meer: 15-21°C

Eilat: 10-24°C

(8) Wechselkurse

1 € - 5.798 NIS (+0.417%)

1 £ - 8.268 NIS (+0.261%)

1 $ - 4.374 NIS (+0.069%)

(Bank of Israel, 29.11.04)

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