Newsletter der Botschaft des Staates Israel - Berlin

   Montag, 22. November 2004
  
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(1) Israel will Palästinensische Autonomiebehörde bei Wahlen unterstützen
(2) Interview mit Mutter eines Selbstmordattentäters im palästinensischen TV
(3) Zwei große Heuschreckenschwärme auf dem Weg nach Israel
(4) Zentrale Internet-Datenbank für Opfer des Holocausts eingeweiht
(5) Konzert mit Werken von Paul Ben-Haim in Berlin
(6) Das Wetter in Israel
(7) Wechselkurse
(1) Israel will Palästinensische Autonomiebehörde bei Wahlen unterstützen

Israel will die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) bei den Vorbereitungen zu den Präsidentschaftswahlen am 9. Januar 2005 unterstützen. Das sagte Ministerpräsident Ariel Sharon bei einem Treffen mit US-Außenminister Colin Powell am Montag in Jerusalem. Auch bei der Umsetzung des Rückzugsplans (Abkopplungsplan) aus Gaza und dem nördlichen Westjordanland (Samaria) will Israel mit der Autonomiebehörde kooperieren. Es sei aber wichtig, dass die PA Maßnahmen gegen den Terror einleite, sagte Sharon. In den kommenden Tagen soll es ein Treffen zwischen israelischen und palästinensischen Vertretern zur Vorbereitung der Wahl geben.

 

„Israel wird sein äußerstes tun, um die Bedingungen für die PA Wahlen zu erleichtern, damit sie in einer geordneten Weise abgehalten werden können“, sagte Ministerpräsident Sharon und fügte hinzu, dass dies aber hauptsächlich von der palästinensischen Führung abhänge. Israel sei sich bewusst, dass die Bekämpfung des palästinensischen Terrors eine „komplexe Angelegenheit“ sei, doch könne es von seinen Forderungen, den Terror zu stoppen und die Terrororganisationen zu entwaffnen, nicht abrücken, weder jetzt noch in der Zukunft. „Zu diesem Thema wird es keine Kompromisse geben, und die Palästinenser werden die Verlierer sein, wenn sie nicht gegen den Terrorismus vorgehen“. Bis jetzt habe es noch keinen Versuch gegeben, Terrorattentate in Israel zu verhindern, sagte Sharon am Montag.

 

In einem weiteren Gespräch mit dem US-Außenminister sagte Außenminister Silvan Shalom am Montag, dass Israel beabsichtigt, mit der PA zusammenzuarbeiten, um die Übergabe des Territoriums, das Israel im Zuge des Abkopplungsplans räumen wird, zu koordinieren. Sicherheitsgespräche und Beendigung der palästinensischen Hetze gegen Israel und Juden könnten sogar sofort beginnen, sagte Shalom. Gespräche über die Übergabe der von Israel zu räumenden Gebiete, der Wiederaufbau des Gazastreifens und die Eröffnung von Industriezonen könnten nach den palästinensischen Wahlen und nach einer israelischen Regierungsentscheidung über die Siedlungsräumung begonnen werden. (Ha’aretz)

 

***

Das Außenministerium in Jerusalem hat am Montag einen neuen Online-Service mit Live-Übertragungen und Videos in Betrieb genommen. Das erste Ereignis, das im Internet live mitverfolgt werden konnte, war die gemeinsame Pressekonferenz des Außenministers Silvan Shalom mit US-Außenminister Colin Powell am Morgen in Jerusalem. Die Live-Übertragungen werden als Video aufgezeichnet und können im Internet angesehen werden.

Live Video (22.11.04): http://switch5.castup.net/frames/MFA_Live_Archive

(2) Interview mit Mutter eines Selbstmordattentäters im palästinensischen TV

Das palästinensische Fernsehen (PATV) hat am vergangenen Mittwoch (17.11.04) ein Interview mit der palästinensischen Mutter eines Selbstmordattentäters Um Al-Ajrami ausgestrahlt. Darin hieß es:

 

Moderator: „Sie [die Israelis] werfen palästinensischen Müttern vor, ihre Söhne zu hassen und sie zum Sterben zu ermutigen. Das sagen die Israelis. Ist das wahr?“

 

Die Mutter Um Al-Ajrami: „Nein, wir ermutigen unsere Söhne nicht, zu sterben. Wir ermutigen sie zur Shahada [Martyrium] für unser Heimatland, für Allah.“

 

[Dann spricht sie über eine Gruppe von Frauen, die alle Mütter von Shahiden sind, und die während der Trauerzeit zu anderen Müttern von Shahiden gehen:]

„Wir sagen zu den Müttern der Shahiden nicht, ‚Wir kommen, um dich zu trösten’, sondern ‚Wir kommen, um dich zur Hochzeit deines Sohnes zu segnen, zur Shahada deines Sohnes. Wir gratulieren dir zur Shahada...’ Für uns ist das Trauern erfreulich. Wir teilen Getränke aus, wir teilen Süßigkeiten aus. Lob sei Gott – Trauern ist ein erfreuliches Ereignis.“ (PATV, 17. November 2004)

 

Die Internetseite „Islam Online“ (http://www.islamonline.org/) zitiert dieselbe Frau, Um Al-Ajrami, mit den Worten: „Ich brachte Süßigkeiten und Gebäck, um den Tag der Freude zu einer neuen Hochzeit zu verwandeln, nicht des Trauerns. Ich werde jeden versüßen, der zu mir kommen wird, um mich zu dem Ereignis des ersten Feiertags der Shahada meines Sohnes zu segnen.“ (http://www.islamonline.org/english/index.shtml)

 

Die Internetseite „Palestinian Media Watch“ (http://www.pmw.org.il/) hat kürzlich dokumentiert, wie die politische und religiöse Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) diese Interpretation der islamischen Tradition fördert, dass nämlich der Tod durch Shahada nicht gefürchtet werden darf, sondern dass er etwas erstrebenswertes ist, das mit großer Freude erwartet werden soll.

 

Religiöse Führer lehren und Videofilme vermitteln, dass Jugendliche, die als Shahiden sterben, von 72 schönen Jungfrauen im Paradies erwartet werden. Dies ist der selbe Gedanke, auf den die Mutter Um Al-Ajrami im palästinensischen PA-Interview anspielt, wenn sie den Tod ihres Sohnes als eine „neue Hochzeit“ bezeichnet.

 

Video-Archiv des PMW (Palestinian Media Watch): http://www.pmw.org.il/tv.html

Understanding Jihad & Shahada – Death for Allah: http://www.pmw.org.il/tv%20part10.html

(3) Zwei große Heuschreckenschwärme auf dem Weg nach Israel

Zwei sehr große Heuschreckenschwärme könnten in den nächsten Stunden aus dem Sinai nach Israel, in die Arava-Ebene und ins Negev-Hochland eindringen. Die Schwärme, die aus Millionen von Heuschrecken bestehen, bewegten sich in den vergangenen Stunden in das Gebiet Nitsna und die südliche Arava.

 

Schon am Sonntagnachmittag erreichte ein großer Heuschreckenschwarm das Gebiet der Hotels von Ein Bokek und Newe Sohar am Toten Meer. Besonders große Schwärme landeten am Mittag im westlichen Negev in den Moshavim Yabol, Talmei Yosef und Sde Nitsan. Der westliche Negev gilt als „Kartoffelkammer“ Israels. Dort wachsen 50 % der Ernteerträge, die alle für den Export bestimmt sind.

 

Jetzt haben die Landwirte begonnen, unter der Anleitung von Experten des Landwirtschaftsministeriums Insektenbekämpfungsmittel zu sprühen. Der Vorsitzende des Kommunalrats Eshkol, Uri Na’amati, sagte, dass im westlichen Negev bereits erste Schäden an den Kartoffelpflanzen zu sehen sind. Sollten in dem Gebiet noch weitere Schwärme landen, muss mit schweren Schäden in der Landwirtschaft gerechnet werden.

 

Die Heuschreckenschwärme kamen über Ägypten in den westlichen Negev, den Süden des Toten Meeres, nach Eilat und in die Arava-Ebene. Große Schwärme bedeckten Rasenflächen sowie private und öffentliche Gärten in Eilat und nagten an allem, was ihnen in die Quere kam, u.a. an Olivenbäumen und Palmen. Die Schwärme sind noch größer als jene, die in den vergangenen Tagen nach Israel gekommen waren. Ein Teil von ihnen hatte nach Jordanien abgedreht.

 

Die Luftwaffe berichtete am Montagmorgen über einen Heuschreckenschwarm mit einer Länge von 10 Kilometern, der sich auf dem Weg vom Sinai in Richtung Nitsna im Negev bewegte. Der Bericht wurde an den Vorsitzenden der Landwirtschaftskommission des Kommunalrats Ramat Negev, Yankele Moskovitz, weitergeleitet. Der teilte mit, dass sich der Schwarm in großer Höhe bewege und es derzeit keine Anzeichen für seine Landung auf dem Boden gäbe.

 

„Das Wetter steht auf unserer Seite. Solange es kalt ist, werden sie zum Fressen nicht herunterkommen“, sagte Moskovitz. „Für alle Fälle haben wir Flugzeuge zum Einsatz von Insektenbekämpfungsmittel hier fertig stehen, und sollten sie tatsächlich herunterkommen, werden wir sie vernichten, bevor sie Schaden anrichten können.“ (Walla)

(4) Zentrale Internet-Datenbank für Opfer des Holocausts eingeweiht

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad VaShem (http://www.yadvashem.org/) hat eine zentrale Internet-Datenbank für Opfer des Holocausts eingeweiht. Die Datenbank enthält über drei Millionen Namen. Auf der Seite kann jeder Besucher kostenlos Informationen zu Opfern der Shoah suchen. Die Datenbank wurde über einen Zeitraum von rund zehn Jahren aufgebaut. Es ist die größte Datenbank zu Holocaust-Opfern weltweit. Von den 3,2 Millionen registrierten Namen gehören 2,2 Millionen den Überlebenden und Angehörigen der Opfer. Die restliche Million stammt von den Listen der Deportationen, die in den Archiven von Yad VaShem aufbewahrt sind.

 

Besucher der Internet-Seite können durch die Eingabe von Namen, Geburtsdaten oder einem Wohnort nach Familienangehörigen suchen. Die Suchmaschine bietet auch alternative Schreibweisen des Namens an. In manchen Fällen gibt die Datenbank zudem detailliertere Informationen zu einer Person heraus, etwa die Nummer des Zuges, mit dem sie abtransportiert wurde, den Ort der Abfahrt oder die Anzahl der Personen, die mit ihr deportiert wurden. Jeder Benutzer kann außerdem selbst Daten hinzufügen, die in der Datenbank noch nicht erfasst sind. Auf diese Art könnten weitere fünf Millionen Namen vermisster Opfer in die Datenbank eingespeist werden. "Es ist ein Rennen gegen die Zeit", sagte der Direktor von Yad VaShem, Avner Shalev. "Wir müssen so viele Namen wie möglich hinzufügen, bevor die Generation nicht mehr unter uns ist, die sich erinnern kann". (jpost)

(5) Konzert mit Werken von Paul Ben-Haim in Berlin

Er ist ein Pionier der Musik Israels. Als der Direktor der Augsburger Oper, ein Nationalsozialist, ihm 1931 seine Kapellmeisterstelle kündigte, wusste Paul Frankenburger (1897 – 1984), dass er in Deutschland keine Zukunft mehr haben würde. In seiner Heimatstadt München hatte er Klavier und im Umfeld der "Münchner Schule" Komposition studiert. Nachdem sich schon vor der sogenannten Machtergreifung antisemitische Zwischenfälle gehäuft hatten, trat er 1933 eine Informationsreise nach Palästina an, wohin er vier Monate später auswanderte.

 

Für viele war seine Ankunft in Tel Aviv die "Geburtsstunde der neuen israelischen Musik". Unter dem neuen Namen Paul Ben-Haim schuf er zahlreiche Werke aller Genres, wurde ein erfolgreicher Pianist und der gefragteste Kompositionslehrer Israels. Noch in Deutschland hatte er 1933 sein monumentales Oratorium "Joram" komponiert. Sein persönlicher Ausdrucksstil findet sich jedoch besonders in seinen lyrischen Liedern und in Solostücken von unvergleichlicher instrumentaler Poetik.

 

64. Gesprächskonzert "Verfolgung und Wiederentdeckung" am Donnerstag, 2. Dezember 2004, 20 Uhr, im Musikclub des Konzerthauses Berlin:

Mit Gila Goldstein, Klavier, Mimi Sheffer, Sopran, Hila Karni, Cello, und Habakuk Traber im Gespräch mit Prof. Dr. Peter Schwarz.

Im Programm: Klaviersonate op. 49 (1954), Musik für Cello (1977), Liederzyklus „Blühende Myrte – Bein Haddasim“ (1965), Fünf Stücke für Klavier op. 34 (1943)

Eintritt 8 €, Konzerthaus Berlin, Gendarmenmarkt, 10117 Berlin – Mitte, Tel.: 030 – 203090 (http://www.musica-reanimata.de/)

(6) Das Wetter in Israel

Es ist stürmisch und kalt. Durch den starken Regen kann es in den Niederungen zu Überschwemmungen kommen. Auf dem Hermon fällt Schnee.

 

Jerusalem: 3-9°C

Tel-Aviv: 12-17°C

Haifa: 11-16°C

Be’er Sheva: 7-15°C

Am Toten Meer: 12-20°C

Eilat: 12-22°C

(7) Wechselkurse

1 € - 5.7087 NIS (+0.019%)

1 £ - 8.1285 NIS (-0.236%)

1 $ - 4.379 NIS (-0.319%)

(Bank of Israel, 22.11.04)

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