Newsletter der Botschaft des Staates Israel - Berlin

   Freitag, 23. April 2004
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(1) Umfrage: Unterstützung für den Abkoppelungsplan des Ministerpräsidenten sinkt
(2) Drei Terroristen der Al Aqsa Märyrer Brigaden in Qalqiliya getötet; Rückzug aus Beit Lahiya
(3) EU will bilaterale Beziehungen zu Israel nicht mehr vom politischen Prozess abhängig machen
(4) Wasserversorgung im Nahen Osten: Erster Preis für israelisch-palästinensische Forschungskooperation
(5) „Visions for Israel and the Jewish Future“: Weltweiter Wettbewerb der Jewish Agency
(6) Das Wetter in Israel
(7) Wechselkurse
(1) Umfrage: Unterstützung für den Abkoppelungsplan des Ministerpräsidenten sinkt
Ministerpräsident Ariel Sharon trifft am Nachmittag in seinem Jerusalemer Amtssitz mit Dutzenden Vertretern der Likudpartei zusammen, um weiter für seinen Abkoppelungsplan zu werben. Der Plan sieht den einseitigen Rückzug Israels aus dem Gazastreifen und Teilen des nördlichen Westjordanlandes vor. Rund 200.000 Likud-Mitglieder sind am 2. Mai dazu aufgefordert, über den Räumungsplan Sharons abzustimmen. Zuvor warnte der stellvertretende Ministerpräsident Ehud Olmert (Likud) vor einem negativen Ausgang des Referendums. „Ich möchte nicht einmal daran denken, was passieren wird, wenn wir die Abstimmung verlieren“, sagte Olmert, der auch Industrie- und Handelsminister ist. Eine Ablehnung des Planes hätte schwerwiegende politische, sicherheitspolitische und wirtschaftliche Konsequenzen für den Staat Israel, sagte Olmert im israelischen Rundfunk. Eine Umfrage unter der Leitung der Meinungsforscherin Mina Zemach zeigt, dass 49% der Stimmberechtigten dem Plan zustimmen. 39,5% lehnen ihn ab und 11,5% enthalten sich. Vor einer Woche hätten noch 54% mit Ja gestimmt und 32% mit Nein. 11% sagten, dass sie ihre Meinung in den vergangenen Tagen geändert hätten. Darunter sagten 21%, dass sie ihre Meinung durch persönliche Stellungnahmen in den Medien geändert hätten. 16% sagten, sie hätten ihren Standpunkt verändert, nachdem sie über die genaueren Einzelheiten des Plans erfahren haben. (y-net)

(2) Drei Terroristen der Al Aqsa Märyrer Brigaden in Qalqiliya getötet; Rückzug aus Beit Lahiya

Eine Spezialeinheit der israelischen Grenzpolizei hat in der Nacht drei Mitglieder des bewaffneten Arms der Fatah Yasser Arafats, der Al Aqsa Märtyrer Brigaden, in Qalqiliya, Westjordanland, getötet. Der Kommandeur der örtlichen Fatah-Terrorgruppe, Ataf Sha’aban, wurde verletzt. Die Grenzpolizisten entdeckten die Männer im Zentrum der Stadt und forderten sie auf, sich zu ergeben. Als die Terroristen zu fliehen versuchten, eröffneten sie das Feuer. Bei anderen Einsätzen wurden sechs weitere gesuchte Palästinenser verhaftet: Zwei im Dorf Bet Anan südwestlich von Ramallah, einer in Nablus und drei in Tubas nordöstlich von Nablus.

 

Die israelische Armee (IDF) hat sich am Donnerstagabend aus Beit Lahiya im Gazastreifen zurückgezogen. Während des dreitätigen Einsatzes wurden bei zum Teil schweren Kämpfen insgesamt 17 Palästinenser getötet. Zwei israelische Soldaten und 50 Palästinenser erlitten Verletzungen. Die IDF starteten die Verteidigungsmaßnahme am Dienstag, nachdem Palästinenser über mehrere Tage israelische Ziele mit Raketen angegriffen hatten. Palästinensischen Angaben zufolge kamen bei dem Einsatz zwei palästinensische Mädchen, Muna Abu Kalid (10 Jahre) und Asma Abu Tabak (4 Jahre), ums Leben. Nach den Angaben soll das 4jährige Kind im zweiten Stock ihrer Wohnung in dem Stadtviertel Al-Nada an den Folgen einer Tränengasvergiftung getötet worden sein. Das 10 Jahre alte Mädchen soll zu Hause durch einen Kanonenschuss im Bauch getroffen worden sein. Sie starb später schwer verletzt in einem Krankenhaus.

 

Der Brigadekommandeur der IDF Col. Eyal Eisenberg beschrieb die Kämpfe in Beit Lahiya im Gazastreifen am Donnerstag so: „Tatsache ist, dass die bewaffneten Palästinenser sich die Kinder am Kragen schnappen und mit ihnen davon rennen. Sie nehmen die Kinder, reißen sie an ihren Schulranzen und rennen dann mit ihnen weg. Es ist kein Geheimnis, dass die Terroristen Kinder als Schutzschilder missbrauchen. Für uns steht klar fest: Wir würden kein palästinensisches Kind töten, das versuchen würde, einen Soldaten anzugreifen.“ (Ma’ariv online)


(3) EU will bilaterale Beziehungen zu Israel nicht mehr vom politischen Prozess abhängig machen
Der Botschafter der Europäischen Kommission in Israel, Giancarlo Chevallard, hat am Mittwoch angekündigt, dass die Europäische Union (EU) künftig die Vertiefung der bilateralen Beziehungen mit Israel, darunter auch der wirtschaftlichen Beziehungen, nicht mehr vom politischen Prozess im Nahen Osten abhängig machen wird. Infolge der Osterweiterung der EU am 1. Mai 2004 werden der Balkan und der Nahe Osten zum Brennpunkt der europäischen Außenpolitik. „Bisher haben wir zwischen dem politischen Prozess und den bilateralen Beziehungen zu Israel unterschieden. Von nun an werden sie eine Einheit bilden,“ sagte der Botschafter am Mittwoch. Seinen Worten nach wird die EU infolge des Beitritts von zehn neuen Staaten an Macht gewinnen und sich zu einem bedeutenderen Faktor in der internationalen Arena wandeln. „Wir erwarten von Israel, dass es die gewachsene Aufgabe der Europäischen Union im Nahen Osten anerkennt“, sagte er. (Ha’aretz)

(4) Wasserversorgung im Nahen Osten: Erster Preis für israelisch-palästinensische Forschungskooperation

Ein gemeinsamer Forschungsbeitrag von israelischen und palästinensischen Wissenschaftlern hat bei einer Konferenz zur Geologie des östlichen Mittelmeerbeckens den ersten Preis gemacht. Die Tagung fand in Thessaloniki, Griechenland, statt. Die Arbeit untersucht das Grundwasservorkommen im Gebiet des Toten Meeres und des Jordangrabens, neue Wasserressourcen, Überwachung der Wasserqualität sowie Förderung und Verteilung des Wassers. An der multilateralen Forschungskooperation waren deutsche, israelische, jordanische und palästinensische Wissenschaftler beteiligt. Das Projekt wurde im Rahmen des Kooperationsprogramms zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem israelischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MOST http://www.most.gov.il/eng/) ermöglicht und vom BMBF finanziert. (Kooperationsprogramme: http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/document.asp?DocumentID=39245&MissionID=88)

 

Der Artikel liefert Forschungsergebnisse, die die Wissenschaftler gemeinsam in einer einzigartigen Datenbank zusammengetragen haben. Die Datenbank stellt ein ausgeklügeltes Hilfsmittel für die gemeinsame Erforschung der hydrologischen und geologischen Gegebenheiten in der Region dar. Das Gemeinschaftsprogramm leiteten Prof. Heinz Hötzl und Dr. Wasim Ali von der Universität Karlsruhe. Außerdem beteiligten sich von deutscher Seite Prof. Martin Sauter, Universität Göttingen, Dr. Stefan Geyer und Prof. Peter Möller vom Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle. Zu den Forschern, die den Artikel erarbeitet haben , gehören auf israelischer Seite Dr. Anat Yellin-Dror, Prof. Akiva Flechser, Dr. Ya’acov Ben-Shabbat und Nimrod Inbar sowie auf palästinensischer Seite Prof. Marwan Haddad und Dr. Abdul Rahman Temimi.

 

Insgesamt lagen 450 wissenschaftliche Beiträge der internationalen Konferenz zur Auswahl vor. Davon entstanden allein 25 Artikel durch die Unterstützung des multilateralen Kooperationsprogramms. Die Jury lobte die Gemeinschaftsproduktion als Arbeit auf „höchstem wissenschaftlichen Niveau“ und als regionale und geologische Zusammenarbeit, „die keine Grenzen kennt“. Der israelische Forschungsminister Eliezer Sandberg gratulierte den Preisträgern und kündigte die Ausweitung der regionalen Forschungszusammenarbeit an. Die Wissenschaft könne dort Vertrauen schaffen, wo Konflikte bestehen und sei der vernünftigste Weg, um die regionale Zusammenarbeit voranzubringen, erklärte der Minister. (j-post)

 

Weitere Informationen zu diesem Thema:

Regionale Zusammenarbeit:

http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/document.asp?SubjectID=5804&MissionID=88&LanguageID=190&StatusID=0&DocumentID=-1

Das Wasserproblem im israelisch-arabischen Konflikt:

http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/document.asp?DocumentID=37548&MissionID=88


(5) „Visions for Israel and the Jewish Future“: Weltweiter Wettbewerb der Jewish Agency
Anlässlich des 100. Todestages Theodor Herzls am 3. Juli 2004 schreibt das Department for Jewish Zionist Education der Jewish Agency for Israel einen Wettbewerb aus. Thema des Wettbewerbs ist „Visions for Israel and the Jewish Future“. Die Ausschreibung richtet sich an jüdische Hochschüler weltweit. Aufgabe ist die Entfaltung ihrer Visionen für die Zukunft des jüdischen Volkes. Zu beantworten ist die Frage: „Welche Vision haben Sie für das jüdische Volk und den Staat Israel im Jahr 2054?“ Die Präsentation kann in der jeweiligen Muttersprache und mit allen medialen Hilfsmitteln (Musik, künstlerische Darstellung) erstellt werden. Der Kreativität werden keine Grenzen gesetzt. Anmeldeschluss ist der 15. Mai 2004. Die Visionen werden bei einer fünftägigen Konferenz in Israel durch die Studenten selbst vorgestellt. Nähere Informationen: http://www.jafi.org.il/education/anthology/english/competition.html

(6) Das Wetter in Israel

Regen im Norden und Zentrum des Landes, der im Tagesverlauf nachlässt. Für die Jahreszeit ist es eindeutig zu kühl:

 

Jerusalem: 9-15°C

Tel-Aviv: 13-21°C

Haifa: 13-21°C

Be’er Sheva: 12-21°C

Eilat: 18-28°C

 

Die Vorhersage für morgen, Samstag, 24. April 2004, den 3. Ijar 5764:

Am Samstag auflockernde Bewölkung und weiter kühl. Am Sonntag trocken und steigende Temperaturen. Am Montag trocken und warm (Sharav).


(7) Wechselkurse

1 € - 5,430 NIS (+0,218%)

1 £ - 8,088 NIS (-0,154%)

1 $ - 4,573 NIS (-0,196%)

(Bank of Israel, 22.04.04)


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