Newsletter der Israelischen Botschaft in Berlin
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Montag, 18. August 2003

(1) GESPRÄCHE ÜBER TRUPPENRÜCKZUG DER IDF VERSCHOBEN
(2) 35 ÜBERFÄLLE AM WOCHENENDE, EINE FRAU AM MONTAG VERLETZT
(3) NABIL AMR FORDERT "PRAGMATISCHE LÖSUNG" FÜR FLÜCHTLINGE
(4) DEUTSCHE VERMITTLUNG: GEFANGENENAUSTAUSCH IN SICHT
(5) ISRAELS NÄCHSTER SATELLIT KÖNNTE IN BRASILIEN STARTEN
(6) HITZEWELLE IN EUROPA: DES EINEN LEID IST DES ANDERN FREUD
(7) DAS WETTER IN ISRAEL
(8) WECHSELKURSE


(1) GESPRÄCHE ÜBER TRUPPENRÜCKZUG DER IDF VERSCHOBEN
Israelisch-palästinensische Gespräche über den Truppenrückzug der israelischen Verteidigungskräfte aus zwei weiteren Städten des Westjordanlandes sind am Sonntagabend erfolglos zu Ende gegangen. Die Übergabe der Kontrolle der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) war für den Dienstag vorgesehen. Israel hatte der PA die Übergabe der Sicherheitskontrolle aus Jericho und Qalqilyah angeboten. Zehn Tage später sollten Tulkarem und Ramallah folgen. Im Gegenzug dazu fordert Israel die Überwachung von Palästinensern, die sich in den betreffenden Städten aufhalten und auf israelischen Fahndungslisten stehen. Außerdem verlangt Israel vom palästinensischen Sicherheitschef Mohammed Dahlan die persönliche Verpflichtung, dass die gesuchten Männer nicht wieder ihre terroristischen Tätigkeiten aufnehmen.

Die palästinensische Seite kritisierte die Absicht der israelischen Verteidigungskräfte, den Verkehr in und aus den beiden Städten auch nach der Übergabe der Sicherheitskontrolle noch überwachen und Straßensperren aufrecht erhalten zu wollen: "Wenn die Checkpoints nicht abgebaut werden, hat dieser Rückzug überhaupt keine Bedeutung", sagte der palästinensische Kommunikationsminister Nabil Amr.

Dennoch seien die Gespräche in einer "exzellenten Atmosphäre" verlaufen, so ein Vertreter der israelischen Armee. "Auch wenn an diesem Abend kein endgültiges Ergebnis erzielt wurde, erwarten wir eine weitere Runde von Gesprächen in den kommenden Tagen. Wir sind optimistisch, dass sehr bald eine Vereinbarung unterzeichnet werden wird." Der palästinensische Sicherheitschef Mohammed Dahlan rief am Montag dazu auf, die nächste Stufe der Übergabe nicht noch weiter hinauszuzögern. (Ha'aretz)

Die israelische Tageszeitung Yedioth Aharonoth kommentierte am Sonntag: In der Reihe der Treffen und Gesten Israels, die "hudna" noch zu retten, stellt der Rückzug aus Ramallah und die Übergabe der Sicherheitskontrolle an die PA letztlich die Befreiung Yasser Arafats aus seiner eineinhalbjährigen Belagerung dar - und derer, die sich in der Mukata versteckt halten. Der Schritt Israels stellt Arafat vor die Herausforderung, zu zeigen, dass er in der Vergangenheit versagt hat. Die kommenden Wochen sind daher entscheidend in der Frage, ob Arafat mit dem Terrorismus fortfahren wird oder nicht. (Yedioth Aharonoth)

(2) 35 ÜBERFÄLLE AM WOCHENENDE, EINE FRAU AM MONTAG VERLETZT
Bei einem Angriff durch Heckenschützen hat eine Israelin am Montag mittelschwere Verletzungen erlitten. Die Frau war mit ihrem Auto zwischen den Siedlungen Yizchar und Kedumim im Westjordanland unterwegs. Die Frau wurde später in einem Krankenhaus in Kfar Saba ärztlich versorgt. Die Suche israelischer Soldaten nach den unbekannten Tätern blieb erfolglos.

Bei weiteren 35 terroristischen Überfällen an diesem Wochenende wurden zwei weitere Israelis verletzt. Die Zahl hat sich seit dem vergangenen Wochenende verdreifacht. Bei den Anschlägen gegen Israelis kamen auch Kassam-Raketen, Mörsergranaten und Straßenminen zum Einsatz.

(3) NABIL AMR FORDERT "PRAGMATISCHE LÖSUNG" FÜR FLÜCHTLINGE
Der Informationsminister der Palästinensischen Autonomiebehörde Nabil Amr hat sich am Sonntag im israelischen Rundfunk für eine "pragmatische Lösung" des palästinensischen Flüchtlingsproblems in Verhandlungen mit Israel ausgesprochen. "Die Frage des ,Rechts auf Rückkehr' wird nur in Einklang mit Israel gelöst werden. Wir werden den jüdischen Charakter des Staates Israel nicht verletzen, und die Lösung wird deshalb pragmatisch werden", sagte Amr. Das Interview folgte einer Reihe von Äußerungen des PA-Außenministers Nabil Shaath bei einem Besuch in Beirut. Dort hatte der Minister die "Rückkehr" aller schätzungsweise 4 Mio. Flüchtlinge von 1948 und ihrer Nachkommen in die besetzten Gebiete und nach Israel gefordert. (Israelischer Rundfunk)

(4) DEUTSCHE VERMITTLUNG: GEFANGENENAUSTAUSCH IN SICHT
Unter deutscher Vermittlung könnte es bald zu einem Gefangenenaustausch zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz kommen. Das sagte der Führer der radikalislamischen Terrororganisation Sheikh Hassan Nasrallah am Montag der saudischen Zeitung al-Watan. Nasrallah betonte, er werde den Bemühungen eine faire Chance geben. Ein Zeitrahmen für die Verhandlungen werde nicht aufgestellt. Allerdings drohte Nasrallah, sollten die Verhandlungen scheitern, werde seine Organisation die Entführung weiterer Israelis fortsetzen, um von Israel den Gefangenenaustausch zu erzwingen. Nach Angaben der Hisbollah befinden sich vier Israelis in der Hand der Terror-Miliz, darunter der Geschäftsmann Elhanan Tennenbaum. Vgl. unser Bericht vom 28. Juni 2003:
http://berlin.mfa.gov.il/mfm/web/main/document.asp?DocumentID=35081&MissionID=88

(5) ISRAELS NÄCHSTER SATELLIT KÖNNTE IN BRASILIEN STARTEN
Die brasilianische Regierung hat der Umsetzung eines Prinzipienabkommens zwischen Israel und Brasilien zur Zusammenarbeit in der Weltraumforschung zugestimmt. Das Abkommen wurde im April diesen Jahres durch die beiden Minister Eliezer Sandberg und Roberto Amaral (Wissenschaft und Technologie) unterzeichnet. Gemäß der Vereinbarung könnte Israel jetzt seinen Satelliten "Shavit" vom brasilianischen Alcantara Space Center ins All starten.

Was die Raumfahrt-Experimente über die Erdrotation betrifft, hat Israel eine geographisch problematische Lage: Denn die Satelliten werden aufgrund der Erdumdrehung in der Regel ostwärts ins All geschickt. Dies könnte aber zur Folge haben, dass die israelische Trägerrakete, die den Satelliten in seine Umlaufbahn bringt, in den östlich von Israel gelegenen Staaten Jordanien, dem Irak oder Saudi-Arabien landet.

Um dies zu verhindern, ist Israel das einzige Land, das seine Satelliten westwärts, d.h. über dem Mittelmeer und damit gegen die Erdumdrehung, startet. Dabei geht ein Drittel der Antriebskraft der Trägerrakete verloren. Einen weiteren Vorteil bietet Alcantara: Das Space Center liegt in der Nähe des Äquators, wo die Erdrotation ihre höchste Geschwindigkeit erreicht, - beste Voraussetzungen für einen guten Start ins All. Seinen ersten Satelliten "Ofeq 1" startete Israel im Jahre 1988. (Globes)

(6) HITZEWELLE IN EUROPA: DES EINEN LEID IST DES ANDERN FREUD
Die diesjährige Hitzewelle in Europa hat dazu beigetragen, dass der Verkauf von Bewässerungsanlagen der israelischen Firma Netafim in EU-Mitgliedsstaaten um 30% anstieg. Das bedeutet eine Umsatzsteigerung von US $ 20 Mio. Die Regulierungssysteme des Unternehmens stellen ein Drittel der Unternehmenstätigkeit dar. Netafim gab bekannt, dass es seine Produktion den EU-Richtlinien des europäischen Marktes angepasst hat. (Globes)

(7) DAS WETTER IN ISRAEL
Die Vorhersage: Heiter bis wolkig, keine Temperaturänderungen

Jerusalem: 23-31°C
Tel-Aviv: 25-31°C
Haifa: 25-34°C
Am Toten Meer: 30-39°C
Eilat: 29-40°C

(8) WECHSELKURSE
1 € - 5,002 NIS (-0,25%)
1 £ - 7,113 NIS (-0,47%)
1 $ - 4,443 NIS (-0,07%)
(Bank of Israel, 15.08.03)

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Dieser Newsletter mit Mitteilungen israelischer Ministerien und Meldungen aus der israelischen Presse wird von der Botschaft des Staates Israel in Berlin/Abteilung Öffentlichkeitsarbeit zusammengestellt. Anmerkungen oder Fragen richten Sie bitte an: botschaft@israel.de

- An- und Abmeldung unter http://liste.israel.de/mailing/ -

Für weitere aktuelle Informationen aus Israel empfehlen wir Ihnen folgende Webseiten:
- Medienspiegel (Israelische Presse) der Deutschen Botschaft in Tel Aviv: http://www.germanemb.org.il/News-Media.asp
- Mitteilungen der Israelischen Verteidigungskräfte (eng.): http://www.idf.il/newsite/english/main.stm
- Newsletter des israelischen Außenministeriums (eng.): http://www.israel.org/mfa/go.asp?MFAH0dho0

© Botschaft des Staates Israel, 2003