Newsletter der Israelischen Botschaft in Berlin
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Freitag, 18. Oktober 2002

* PALÄSTINENSISCHE EXTREMISTEN BENUTZEN ZIVILISTEN ALS SCHUTZSCHILD
* DAHLAN: "DAS PALÄSTINENSISCHES VOLK IST EIN MOB, DER ZUM EXTREMISMUS NEIGT."
* IDF ZIEHT SICH AUS JENIN ZURÜCK
* HIZBOLLAH VERSUCHT LANGSTRECKENRAKETEN ZU ERWERBEN
* ERSTER ISRAELISCHER ARABER ZUM STELLVERTRETENDEN GENERALDIREKTOR EINES REGIERUNGSBÜROS ERNANNT
* MACCABI TEL AVIV BESIEGT SIENA
* HEUTE IM JAHRE X
* DAS WETTER IN ISRAEL
* WECHSELKURSE


* PALÄSTINENSISCHE EXTREMISTEN BENUTZEN ZIVILISTEN ALS SCHUTZSCHILD
Am gestrigen Donnerstag wurden israelische Truppen bei Sucharbeiten nach unterirdischen Tunneln in Rafah (die den Gaza Streifen mit Ägypten verbinden und zum Schmuggeln von Waffen benutzt werden) mit Panzerabwehrraketen beschossen, die ein Fahrzeug schwer beschädigten. Daraufhin schossen israelische Panzer drei Granaten auf das Haus, von welchem die Panzerabwehrraketen abgefeuert wurden.

Ein Sprecher der IDF drückte sein Bedauern über zivile Opfer aus, betonte aber ausdrücklich, dass die Terroristen bewußt zivile Wohngebiete als Schutzschild mißbrauchen.

Oberst Ofer Shifran erklärte gegenüber Reportern, dass "...die Palästinenser den Schusswechsel mit leichten Waffen, Panzerabwehrraketen und Granaten initierten. Die Soldaten erwiderten zielgerichtet das Feuer auf den Ursprung der Schüsse." Er führte weiterhin aus: "Die Palästinenser nutzen den Vorteil von Wohngebieten und nutzen dabei Zivilisten sowie Familien als Deckung. Die Soldaten tuen das Möglichste, um nicht auf Häuser schießen zu müssen, doch wenn sie beschossen werden und ihr Leben in Gefahr ist, reagierten sie durch gezielte Schüsse auf die bewaffneten Palästinenser. Wenn die Palästinenser nicht das Feuer eröffnen würden, hätte die Soldaten keinen Grund zurückzuschießen."

Ministerpräsident Scharon wies die Kritik am Vorgehen der Armee zurück und erklärte, dass die Armee alle denkbaren Bemühungen unternimmt, um zivile Opfer zu vermeiden.

In den letzten Monaten entdeckte die Armee mehr als 30 Tunnel, welche zum Schmuggeln von Waffen benutzt wurden. Laut Oberst Shifran waren die Eingänge von einigen dieser Tunnel in Familienhäusern versteckt.


* DAHLAN: "DAS PALÄSTINENSISCHES VOLK IST EIN MOB, DER ZUM EXTREMISMUS NEIGT."
Arafats Berater für Sicherheitsfragen, Muhamad Dahlan, greift den Vorsitzenden der Autonomiebehörde und die Hamas-Führung aufs Schärfste an und verrät, dass er Arafat nach den Terroranschlägen des 11. September riet, die Intifada zu beenden. Diese Angaben wurden in der Londoner Zeitung Al-Hayyat veröffentlicht, welche Dahlan aufgrund eines Treffens mit Geschäftsleuten in Gaza zitiert.

"Die Intifada ist ein Mittel, kein Weg", so Dahlan. "Wir hätten sie in eine wirkliche Intifada verwandeln müssen und hätten diese bewaffnete Aktion beenden müssen. Aber das haben wir nicht getan und haben nicht den Mut, als Führung, dies zu tun. Das palästinensische Volk ist ein Mob, der zum Extremismus neigt und der jeden Vorschlag ablehnt ... daher muss die palästinensische Führung ihre Entscheidungen in einigen Angelegenheiten dem Volk mit Macht aufzwingen".

Dahlan droht der Hamas: "Falls sie eine Polizeistation niederbrennen, dann werden wir alle Hamas-Zentren niederbrennen. Wir haben zur Gewalt bereite Leute, genauso wie sie." Über Abed Al-Aziz Rantizi, einen der Führer der radikal-islamischen Hamas in Gaza sagte Dahlan: "Was denkt er, wer er ist? Etwa Mula Omar (Ein Führer der Taliban)?"


* IDF ZIEHT SICH AUS JENIN ZURÜCK
Die israelische Armee hat sich nach drei Monaten aus der Stadt Jenin zurückgezogen und außerhalb der Stadt Stellung bezogen. Die Aufhebung der Ausgangssperre und der Rückzug der Armee, ist im Zusammenhang mit der Entscheidung der Regierung zu betrachten, die Lebensbedingungen und Bewegungsfreiheit der palästinensischen Zivilbevölkerung zu verbessern. Die Sicherheitsapparate fürchten aber, dass die Erleichterung zu vermehrten Angriffen auf israelische Ziele in der Umgebung der Stadt führen wird.


* HIZBOLLAH VERSUCHT LANGSTRECKENRAKETEN ZU ERWERBEN
Die radikal islamische Organisation Hizbollah (Libanon) versucht nach Angaben von israelischen Offiziellen Raketen zu erwerben, die eine Reichweite von 300 Kilometer haben und somit alle Bevölkerungszentren nördlich von Beer Sheva treffen können. Die Hizbollah besitzt gegenwärtig die Fajr 5 Rakete die eine Reichweite bis Haifa aufweist.

Das Thema wurde von israelischen Delegationsteilnehmern, die Ministerpräsident Scharon in die USA begleiteten, gegenüber ihren amerikanischen Gesprächspartnern in Washington angesprochen. In den Gesprächen wurde die Situation an der nördlichen Grenze als sehr gefährlich beschrieben.

Das Szenario eines möglichen Angriffes der Hizbollah auf Israel während einer Militärkampange der USA im Irak wurde von Premier Scharon in Gesprächen mit Außenminister Powel und CIA Chef George Tenet diskutiert.

Während einer Pressekonferenz adressierte Präsident Bush eine Warnung an die Hizbollah, dass jeder Angriff auf unsere Freunde (Israel) als terroristischer Akt gewertet werden würde und die USA Terrorismus überall bekämpfen werde.


* ERSTER ISRAELISCHER ARABER ZUM STELLVERTRETENDEN GENERALDIREKTOR EINES REGIERUNGSBÜROS ERNANNT
Zum ersten Mal in der Geschichte des Staates Israel wurde gestern ein israelischer Araber zum Stellvertreter des Generaldirektors eines Regierungsbüros ernannt. Muafak Rafiq Hori (49) wurde zum stellvertretenden Generaldirektor für arabische Kulturangelegenheiten im Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport ernannt. Hori, verheiratet und Vater von sieben Kindern, war zuvor als Lehrer und Schulleiter tätig. In den letzten Jahren amtierte er als Vorgesetzter für arabische Kultur im Erziehungsministerium.

"In der Entscheidung des Ministers Vilnai, ausgerechnet einen Araber zu ernennen, und dies zum ersten Mal nach 54 Jahren, widme ich großer Bedeutung", sagte Hori. "Dies ist eine Errungenschaft für die Demokratie und ein Zeichen für den Aufstieg arabischer Akademiker in Regierungsbüros."

Matan Vilnai, der Minister für Wissenschaft, Kultur und Sport erklärte: "Es tut mir leid, dass es so viele Jahre bis zu einer solchen Ernennung vergangen sind. Die Erklärungen zur Gleichheit der arabischen Staatsbürger muß auch in Taten zum Ausdruck kommen und Araber müssen als gleichberechtigt in den staatlichen Behörden beschäftigt werden."


* MACCABI TEL AVIV BESIEGT SIENA
Bei ihrem ersten Heimauftritt in der diesjährigen Euroleague Saison besiegte das Basketballteam von Maccabi Tel Aviv den italienischen Vertreter Siena mit einem überzeugenden 107-81.

Derrick Sharp führte die Punkteausbeute von Maccabi mit 16 Punkten an und sicherte mit einer überzeugenden Leistung in der Offensive und Verteidigung einen zu keiner Zeit gefährdeten Sieg.

Nach den ersten wenig überzeugenden Auftritten in der Euroleague (Pendant zur UEFA Championsleague im Fußball) verbesserte sich der Vorjahresfinalist Maccabi vor allem in der Verteidigung und holte 35 Rebounds (Abpraller vom Korb) gegenüber 26 von Siena und ließ nur 47 Wurfversuche der Italiener zu (gegenüber 76 von Maccabi).

* HEUTE IM JAHRE X
1905 beginnen Progrome in Russland, die im Verlauf mehreren hundert Juden das Leben kosten wird.

http://info.jpost.com/1999/Supplements/JewishHistory/today.cgi

* DAS WETTER IN ISRAEL
Die Vorhersage: Geringfügig wärmer in den kommenden Tagen.

Jerusalem: 24°C
Tel-Aviv: 27°C
Haifa: 27°C
Am Toten Meer: 30°C
Eilat: 32°C

* WECHSELKURSE
1 € - 4.644 NIS -1.86%
1 £ - 7.407 NIS -1.12%
1 $ - 4.760 NIS -1.22%
(Quelle www.globes.co.il)

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Dieser Newsletter mit Mitteilungen israelischer Ministerien und Meldungen aus der israelischen Presse wird von der Botschaft des Staates Israel in Berlin/Abteilung Öffentlichkeitsarbeit zusammengestellt. Anmerkungen oder Fragen richten Sie bitte an: botschaft@israel.de


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Für weitere aktuelle Informationen aus Israel empfehlen wir Ihnen folgende Webseiten:
- Medienspiegel (Israelische Presse) der Deutschen Botschaft in Tel Aviv: http://www.germanemb.org.il/News-Media.asp
- Die Mitteilungen der Israelischen Verteidigungskräfte (eng.): http://www.idf.il/english/news/main.stm
- Newsletter des israelischen Außenministeriums (eng.): http://www.israel.org/mfa/go.asp?MFAH0dho0

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