Newsletter der Israelischen Botschaft in Berlin

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Mittwoch, 7. August 2002

BEN-ELIEZER BIETET "GAZA-ZUERST"
ISRAEL KAUFT WASSER VON TÜRKEI
JUNGE MAROKKANISCHE JUDEN VIER TAGE BEI IDF
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BEN-ELIEZER BIETET "GAZA-ZUERST"

Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer sagte, dass sich die Israelische Verteidigungsarmee (IDF) aus ruhigen Gebieten, in denen die PA Infrastruktur funktioniert wie in Gaza und Jericho, zurückzieht. Wenn die Palästinenser die Verantwortung über die Sicherheit übernähmen, wären auch Bethlehem und Hebron möglich. Der Plan soll ein "Pilotprojekt" sein und auf andere palästinensisch kontrollierte Gebiete ausgeweitet werden, wenn es den Palästinensern gelingt, Terror und Gewalt in den geräumten Städten verhindert.

Am Montagabend waren Ben-Eliezer und der Innenminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Abdel Razeq Yehiyeh, zusammengetroffen. Yehiye forderte, dass Israel mit dem Rückzug in Ramallah beginnen müsste - dem PA Nervenzentrum und dem Standort von Arafats Hauptquartier. Ben-Eliezer verwarf diese Forderung und erklärte dem PA Minister, dass Israel mit dem Rückzug aus Gaza beginnen würde, da der PA Sicherheitsapparat dort noch weitgehend intakt sei und das Handeln der PA abgewartet werden kann. Das Treffen endete ohne eine Vereinbarung, man wolle die Gespräche jedoch bald weiterführen.

"Wir möchten humanitäre und wirtschaftliche Gesten geben und zu einem Waffenstillstand gelangen," sagte Außenminister Shimon Peres auf die Frage nach Gesprächen mit den Palästinensern nachdem er von einem Treffen mit Ägyptens Präsident Hosni Mubarak in Kairo zurückkehrte.

HAMAS LEHNT "GAZA ZUERST PLAN" AB

Die militante Hamas Organisation lehnte den Plan von Ben-Eliezer am Dienstag ab. Ismail Abu Shenab, ein hochrangiger Vertreter der Hamas im Gazastreifen, sagte gegenüber der arabischen Presse, dass der Vorschlag nur die internationale Kritik an Israel abschwächen solle. Außerdem kritisierte er, dass sich ein palästinensischer Minister mit dem israelischen Verteidigungsminister träfe als Widerspruch zur palästinensischen Haltung und ihren Handlungen.

Für den heutigen Mittwoch hat Premierminister Ariel Sharon eine Treffen von hochrangigen Regierungs- und Armeevertretern angesetzt, um über mögliche israelische Pläne im Falle eines "Mega"-Terroranschlags mit vielen Opfern zu sprechen. Das Treffen gehört zu einer Serie von Beratungen, die Sharon unternimmt, um eine nationale Sicherheitspolitik zu formulieren. (HA′ARETZ)

 

ISRAEL KAUFT WASSER VON TÜRKEI

Am Dienstag ist Premierminister Ariel Sharon in seinem Jerusalemer Büro mit dem türkischen Energieminister, Zeki Cakan, zusammengekommen. Die beiden Seiten stimmten zu, dass Israel in den kommenden 20 Jahren pro Jahr 50 Millionen Kubikmeter Wasser von der Türkei kauft.

Eine gemeinsame Kommission unter Anleitung von dem Generaldirektor vom Büro des Premierministers, Avigdor Yitzhaki, und dem Genraldirektor des Ministeriums Cakans, wurde einberufen, um die Modalitäten zu besprechen und zu beschließen. Das erste Treffen der Kommission wird in Ankara stattfinden-

Beide Seiten stimmten außerdem überein, dass es wichtig sei, die gemeinsamen - schon existierenden oder geplanten - Projekte im Südosten der Türkei weiter zu fördern.

 

JUNGE MAROKKANISCHE JUDEN VIER TAGE BEI IDF

Eine Gruppe von 54 jüdischen Jugendlichen zwischen 17-18 aus Marokko ist in der vergangenen Woche angereist, um in unterschiedlichen Bereichen der Israelischen Verteidigungsarmee (IDF) als Freiwillige zu arbeiten. Die Organisation der marokkanischen Einwanderer in Israel und die IDF haben die Reise organisiert, die Reise vom Königreich Marokko genehmigt wurde.

Die Jugendlichen wurden vom Kommandeur eines Nahal-Stützpunktes begrüßt, der mit ihnen über die IDF und den israelisch-palästinensischen Konflikt sprach. Vier Tage lang haben die Jugendlichen Sandsäcke gefüllt, die zum Schutz der Soldaten im Gazastreifen dienen, machten Küchen- und Wäschereidienst und luden Gewehrmagazine nach. Einer der Jugendlichen sagte, dass er im kommenden Jahr wiederkommen möchte, um in der Armee zu dienen. Das Feedback war durchweg sehr positiv. "Wir lieben Israel sehr. Wegen der Situation mit der Palästinenser haben wir uns für diese große Delegationsreise entschieden," so der junge Mann.

Ein Militärsprecher nannte den Besuch eine sehr wichtige Geste, auch aufgrund der Tatsache, dass Marokko ein islamisches Land mit vielen Verbindungen zur arabischen Welt ist. Die Zustimmung der marokkanischen Führung zu der Freiwilligenarbeit in Israel einer großen Gruppe jüdischer Jugendlicher zeige eine "große Offenheit".

 

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Reaktionen israelischer Zeitungen nach dem blutigen Wochenende mit 13 Todesopfern finden Sie in deutscher Übersetzung auf den Seiten von www.nahostfocus.de; dort finden Sie außerdem einen Bericht zu antiisraelischen Hetzkampagnen im Netz.

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Für weitere aktuelle Informationen aus Israel empfehlen wir Ihnen folgende Webseiten:

- Medienspiegel (Israelische Presse) der Deutschen Botschaft in Tel Aviv: http://www.germanemb.org.il/News-Media.asp

- Die Mitteilungen der Israelischen Verteidigungskräfte (eng.): http://www.idf.il/english/news/main.stm

- Newsletter des israelischen Außenministeriums (eng.): http://www.israel.org/mfa/go.asp?MFAH0dho0

 

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Dieser Newsletter mit Mitteilungen israelischer Ministerien und Meldungen aus der israelischen Presse wird von der Botschaft des Staates Israel in Berlin/Abteilung Öffentlichkeitsarbeit zusammengestellt. Anmerkungen oder Fragen richten Sie bitte an: botschaft@israel.de

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