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(1) 12 Prozent der Wahlberechtigten
sind noch unentschlossen
Eine weitere Umfrage festigt den jüngsten Trend in der
israelischen Wählergunst. Nach einer Erhebung des Dahaf-Institutes
im Auftrag von Yedioth Ahronoth könnte die Spitzenpartei Kadima „nur
noch“ mit 38 Sitzen rechnen. Damit hätte die Partei in drei Wochen
fünf Mandate eingebüßt. Die Arbeitspartei käme auf 20 Sitze, ein
Sitz mehr als vergangene Woche. Der Likud verliert einen Sitz und
liegt bei 15. Allerdings wurde die Umfrage vor der Entscheidung des
Likud-Zentralkomitees durchgeführt, die Parteibasis in Zukunft über
die Kandidatenliste abstimmen zu lassen.
Die religiöse sephardische Shas-Partei bleibt unverändert bei 10
Sitzen. Die kürzlich fusionierte Liste aus Nationaler Union und
Nationalreligiösen erhielt 9 Sitze (+1). Auch die religiöse Partei
der Aschkenasim, das „Vereinte Tora-Judentum“, erhielt einen Sitz
mehr und kommt auf 6 Sitze. Die links-liberale zionistische Partei
Meretz-Yachad erhielt 5, die arabischen Parteien Hadash und
Vereinigte Arabische Liste – Ta’al erhielten je 3 Sitze. Die Partei
National-Demokratische Versammlung erhielt 2.
12 Prozent der Wahlberechtigten sagten, dass sie noch
unentschlossen sind. Das entspricht einem Anteil von 14 Mandaten.
Bis vor zwei Wochen war dieser Anteil noch kleiner. Es gilt als
bekanntes Phänomen, dass die Zahl der Unentschlossenen steigt, je
näher der Wahltag rückt, und wenige Tage zuvor wieder fällt.
Etwa 70 Prozent sagten, dass die Berichterstattung in den Medien
ihre Entscheidung nicht beeinflussen könne. 19 Prozent sagten, es
bestehe eine geringe Chance, 8% sprachen von einer mittleren
Beeinflussung und nur 3% glauben, dass sie durch die Medien stark
beeinflussbar sind. (Ynet, 3.3.)
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 (2) Prognose der
deutsch-österreichischen Wahlbörse „Wahlfieber“
Nachfolgend der Zwischenstand bei der deutsch-österreichischen
Wahlbörse www.wahlfieber.de zur Knessetwahl am 28. März
(Durchschnittswert der letzten Tage, Tendenz in Klammern):
Kadima 28,0 % (--) Avoda 16,0 % (+) Likud 13,0 %
(-) Shas 8,0 % (+) Mafdal / Nationale Union 11,0 %
(+) Yisrael Beitenu 6,0 % (-) Meretz 6,0 % (=) Andere 13,0
% (++)
Die Zahlen sind grob gerundet und ergeben daher in der Summe
einen Wert ungleich 100%.
Die israelische Wahlbörse ist seit 21.2. geöffnet. Bis zum
Wahltag können die Händler rund um die Uhr die Aktien von folgenden
Parteien handeln: Kadima - Avoda (Arbeitspartei) - Likud-Partei -
Shas – Mafdal/Nationale Union - Yisrael Beitenu - Meretz-Yachad –
Andere. Die Teilnahme ist für alle Händler kostenlos, gespielt wird
mit virtuellem Geld; den besten Tradern winken unterschiedliche
Preise.
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 (3) Erneut
palästinensischer Raketen-Angriff auf Industrie in
Ashqelon Die radikal-islamische Terrororganisation
„Palästinensischer Islamischer Jihad“ hat am Freitag erneut
israelische Ziele mit Qassam-Raketen angegriffen. Eine Rakete
landete im Industriegebiet südlich von Ashqelon. Ein Arbeiter wurde
leicht verletzt. Es entstand leichter Sachschaden. Zwei Raketen
landeten in Karmiya und Yad Mordechai. Die Orte liegen wenige
Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Die Israelische Armee reagierte
mit Artilleriefeuer auf jene Gebiete, aus denen die Raketen
abgeschossen wurden. Im Industriegebiet brach Panik aus. Die
Angriffe halten seit Tagen an. Vor zwei Wochen wurde eine Frau bei
einem Angriff auf das Industriegebiet leicht verletzt. Am Donnerstag
kündigte der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert (Kadima) an,
Israel werde mit „eiserner Hand“ gegen den Terror vorgehen. (Ynet,
3.3.)
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 (4) Beitrag von
Dr. Wafa Sultan im arabischen Nachrichtensender
Al-Jazirah
Kommentar zu „Yaron London und Moshe Kirschenbaum“, Channel 10,
28.2.06, 01:30h
Aus der „Ecke der guten Nachricht“, Haaretz, 1.3.06 Kommentar
von Chaggai Chitaron
„Vorgestern zu später Stunde verbreitete sich das Gerücht, dass
jeder, der nicht den Mix von Zvi Yecheskeli auf Channel 10 angesehen
hat, etwas Besonderes verpasst hat. Also habe ich mir am Morgen die
Wiederholung angeschaut.
Für alle, die es nicht gesehen haben: Es geht um einen Ausschnitt
des wöchentlichen Unterhaltungsprogramms mit dem Titel „die
umgekehrte Richtung“ des arabischen TV-Senders Al-Jazirah. Dieses
Mal trat Dr. Wafa Sultan, eine christliche libanesische
Intellektuelle auf, die heute in Los Angeles lebt. Sultan
diskutierte unter der Moderation von Faisal Al-Qassam (ein
muslimischer Exil-Syrer) mit einem ägyptischen muslimischen
Religionsvertreter.
Es scheint, dass sich in der arabischen Welt ein Wandel
vollzieht, zumindest in Bezug auf den Mut, öffentlich seine Meinung
kundzutun. Im Rahmen dieser Offenheit können sich Israel und der
Zionismus kaum eine strengere, schnellere und resolutere Sprecherin
wünschen als Sultan. Benyamin Netanyahu und Effi Eitam sind im
Vergleich mit ihr schon fast links.
Der Zorn von Dr. Sultan über den muslimischen Fanatismus im
Allgemeinen und die Selbstmordattentate im Besonderen haben den
Bildschirm zum Wackeln gebracht. Die Tatsache, dass sie Christin und
nicht Muslimin ist, hat die Sensation zwar gemindert, doch schon so
war das alles kaum zu glauben.
Auf die Aussage Sultans, dass sich Juden nach dem Holocaust in
der Öffentlichkeit in Deutschland nicht in die Luft gesprengt
hätten, reagierte ihr Gesprächspartner einfach nur entsetzt und
sprachlos angesichts ihrer Entschiedenheit.“ (Haaretz, 01.3.)
Um den Beitrag von Dr. Wafa Sultan auf Al-Jazirah jetzt im
Internet anzuschauen, klicken Sie bitte auf folgenden Link des
Middle East Media Research Institute MEMRI TV (Arabisch mit
englischem Untertitel):
http://switch5.castup.net/frames/20041020_MemriTV_Popup/video_480x360.asp?ai=214&ar=1050wmv&ak=null
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 (6) Hollywood
kommt nach Jerusalem, Animations-Studio eröffnet
Wenn sie schon immer davon geträumt haben, einen Superstar aus
Hollywood in Israel zu sehen oder einen Kassenschlager, der an
israelischen Orten gedreht wurde, dann kann das jetzt passieren: in
einigen Monaten soll eine große Delegation aus Hollywood nach Israel
kommen, um die Möglichkeit zu prüfen, in Israel Filme zu
produzieren. Den Besuch initiierte das israelische Konsulat in Los
Angeles. Zur Delegation, die nach Israel kommt, werden die
Präsidenten der Produktionsfirmen der großen Studios gehören, die
unter anderem für die Entscheidung zuständig sind, wo die Filme
gedreht werden.
Am Mittwoch eröffneten die beiden „Hollywood-Veteranen“ Max
Howard und Douglas Wood das erste israelische Animations-Studio in
Jerusalem. Die amerikanische Film-Fördergruppe JVP finanzierte das
Projekt zu großen Teilen. Die große Entwicklung der Animationsfilme
in den letzten Jahren hat dieses Projekt in Jerusalem möglich
gemacht, erklärte JVP-Gründer Erel Margalit, Schirmherr des Studios.
„Nun können wir unabhängige Film-Studios gründen, die den Markt in
großer Art und Weise erobern.“ Das Studio soll hauptsächlich
Familien-Filme für den Export produzieren. Howard und Wood wirkten
bisher in Kino-Filmen wie „Pocahontas“, „Aladdin“, „Der König der
Löwen“ und „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ mit. (Yedioth Ahronoth,
28.2., Haaretz, 1.3.)
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 (7) Botschafter
Stein will Jugend- und Forscheraustausch stärken
Interview in der Nordwest Zeitung Nr. 52, Donnerstag, 2.3.06,
Seite 3. „Mit Status quo niemals zufrieden sein“, von Gunars
Reichenbachs. (Auszug)
Frage: Herr Botschafter, warum verlassen Sie das diplomatische
Parkett in Berlin, um sich in Niedersachsen mit Schülern in eine
Schulbank zu setzen?
Stein: Ich tue das mit großem Vergnügen. Wo immer ich kann,
diskutiere ich mit Jugendlichen und Schülern über Israel und
Deutschland. Ich beobachte ein riesiges Interesse an Israel, aber
auch an dem Botschafter persönlich. Nicht jeden Tag kommt ein
Diplomat in die Schule. Deshalb gibt es eine große Neugier, wie ein
Botschafter arbeitet.
Frage: Was ist die meist gestellte Frage an Sie?
Stein: Was macht eigentlich ein Botschafter? Noch immer gibt es
die Vorstellung, wir gingen von einem Empfang zum anderen mit dem
Glas in der Hand und schwätzend. Ich schildere mal den Alltag. Damit
kommen automatisch andere Themen zur Sprache: die
deutsch-israelische Verbindung, die Geschichte und die einzigartige
Beziehung zwischen Deutschen und Israelis. Diskussionen
ergeben sich automatisch zur gegenwärtigen Lage in Nahost. Es ist
eine bunte Gesprächsmischung.
Frage: (…) In jeder Beziehung gibt es noch etwas zu verbessern.
Was wäre es im deutsch-israelischen Verhältnis?
Stein: Richtig ist, mit dem Status quo sollte man nie zufrieden
sein. Ein wichtiges Thema ist der Jugendaustausch. Hier gilt es, das
große Interesse auf beiden Seiten noch zu vertiefen und die Kontakte
auszubauen. Ein weiteres Schlüsselthema sind die Beziehungen in
Forschung und Wissenschaft. Gemeinsam können wir diesen Bereich noch
intensivieren.
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